Von Daniel Taab, 29.09.08, 22:57h, aktualisiert 29.09.08, 23:42h
Die 15 und 16 Jahre alten Jugendlichen bezeichnete ein leitender Ermittler als „Mitläufer“. Auch sie sitzen wegen versuchten Mordes ein. Wie die Rundschau weiter erfuhr, befasste sich der 17-Jährige seit einem Jahr intensiv mit dem „Heiligen Krieg“, dem „Dschihad“ und dem Märtyrertum und gab im Vorfeld des Mordanschlags den Ton an. Auf der Festplatte seines beschlagnahmten Computers fanden Beamte islamistische Hassvideos und Fotos von erschossenen und blutenden Menschen.
Der Leiter der Staatsschutzabteilung bei der Kölner Staatsanwaltschaft Rainer Wolf betonte aber auch gestern, dass die Jugendlichen keinen Kontakt zu irgendwelchen islamistischen Gruppen gehabt haben. „Von einer Terrorzelle in Rondorf kann keine Rede sein“, sagte Wolf. Es habe offenbar „keine Einbettung in die Szene“ gegeben. Auffällig sei aber, dass der 17-Jährige sich „sehr intensiv“ mit dem Islamismus beschäftigt habe. „Er war fanatisiert“, sagte Wolf. Die Jugendlichen wollten Anschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland verüben. Dazu sollten die Dienstwaffen dienen, die sie bei dem Angriff erbeuten wollten. Wolf geht davon aus, dass der Generalbundesanwalt in Karlsruhe die Ermittlungen nicht übernimmt. „Mir wurde signalisiert, dass die Kölner Behörden weiter mit dem Fall betraut sein werden“, so der Ankläger weiter. Wann es in diesem Fall zu einer Anklage kommt, sei völlig unklar. Auf absehbare Zeit würden die Jugendlichen nun erst einmal in Haft bleiben.
Leitartikel - Islamisten: Mitten unter uns
Schüsse auf Polizisten: Jugendliche Täter sind Islamisten
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