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Mahnung

Rauchen vor der Kneipe ist laut

Von Daniel Taab, 01.10.08, 21:33h

Das Rauchen kann der Raucher eben nicht lassen. Auch nicht, wenn er dafür rausgegehn muss. Zahlreiche Anwohner, die in Kneipennähe wohnen, beschweren sich jedoch beim Ordnungsamt über die nicht nur qualmenden sondern auch lärmenden Gäste.

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Anwohner fühlen sich von den Unterhaltungen draußen rauchender Gäste belästigt. (Bild: dpa)
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Anwohner fühlen sich von den Unterhaltungen draußen rauchender Gäste belästigt. (Bild: dpa)
Köln - So manchen Kölnern raucht der Kopf - und zwar vor Ärger. Sie fühlen sich belästigt durch die vor den Kneipen und Restaurants stehenden Raucher. Beim Kölner Ordnungsamt häufen sich die Anrufe von Anwohnern, die wegen der Gespräche vor den Läden keine Ruhe finden. „Wir haben bisher etwa 90 Beschwerden entgegengenommen“, sagte Amtsleiter Robert Kilp. Das Nichtrauchergesetz gilt in Köln seit drei Monaten.

Ob im Belgischen Viertel, am Eigelstein oder rund um die Zülpicher Straße - quer durch die Stadt würden genervte Nachbarn zum Telefon greifen. „Überall dort wo Gastronomie und Anwohner nahe zusammen sind, ist Konfliktpotenzial vorhanden“, erklärte Kilp. Insbesondere dann, wenn über einer Gaststätte Mieter wohnen, die nun auch noch die Gespräche der Raucher vor der Tür mitbekommen. Manchmal sprechen die Anwohner die Polizei auch direkt auf der Straße an, wenn die „Lärmstreife“ von Polizei und Ordnungsamt in den Kneipenvierteln unterwegs ist, sagte ein Sprecher.

Kilp geht davon aus, dass die Beschwerden auch bei Wind und Wetter im Herbst oder bei Kälte im Winter nicht weniger werden. „Wer rauchen will, muss ja raus gehen“, betonte der Leiter der Behörde. Auch in Hannover, Berlin oder Stuttgart gebe es dieses Problem.

In München dagegen beschweren sich die Bürger in den angesagten Vierteln über Scherben vor den Kneipen oder über das Zuprosten mit Flaschen und Gläsern vor den Lokalen. In Köln habe es in diesem Zusammenhang noch keine Anrufe gegeben. Sollte es in der Stadt diese Beschwerden geben, drohe den Gastwirten eine Ordnungswidrigkeitsanzeige, sollten sie keine Konzession für die Außengastronomie haben.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) steht nach eigenen Angaben in ständigem Kontakt mit dem Ordnungsamt und kennt die Problematik. „Wenn Leute zusammenstehen, kann es durchaus Lärm geben“, sagte der stellvertretende Geschäftsführer Mathias Johnen gestern. Die Dehoga appelliert deswegen an Nachbarn und Raucher, das Gespräch zu suchen. „Es geht nur miteinander. Beide Parteien müssen aufeinander zugehen“, so Johnen weiter.



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