Schriftgröße

Ferienuni

Probieren vor dem Studieren

Von Stefan Vollberg, 09.02.09, 11:52h

20 Schüler absolvieren an der Kölner Universität Ferienpraktika in Physik und Chemie. Am dritten Tag zeigten sie im Hörsaal II der Chemischen Institute, was sie die letzten beiden Tage experimentiert, berechnet und herausgefunden haben.

Köln - Die Dozenten sind jung, zwischen 16 und 19 Jahren. Es sind 20 Schüler aus Gymnasien Nordrhein-Westfalens, und sie präsentieren am dritten Tag im Hörsaal II der Chemischen Institute der Uni, an was sie die letzten beiden Tage experimentiert haben, was sie berechnet und herausgefunden haben. Özden Dogan und Kim Ladermann zum Beispiel. Der junge Mann schüttelt ein Glasgefäß mit einer farblosen Flüssigkeit, und nach ein paar Sekunden färbt sich die Mischung tatsächlich satt blau. „Ein schöner Trick für den Kindergeburtstag“, findet Özden und lacht. Was hinter dem Trick mit Methylenblau steckt (ein Redox-System, das eine Reduktion- und eine Oxidationsreaktion möglich macht), liefern sie aber gleich streng wissenschaftlich nach.

„Probieren vorm Studieren“ nennt sich das Projekt, in dem sich die jungen Leute mit chemischen oder physikalischen Fragen beschäftigen. Alle haben sie Interesse an den „MINT“-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, und sie gehen auf Schulen, die den Status als „Excellence-Center“ für solche Fächer haben. MINT haben Nachwuchsmangel und zugleich eine deutlich höhere Abbrecherquote bei den Studierenden dieser Fächer. Dem will das Projekt „Holiday & Science“ (Ferien und Wissenschaft) entgegen wirken.

Seit 2005 kooperieren dabei die Uni, das Ruhrforschungszentrum Düsseldorf und das Leistungszentrum für Naturwissenschaften und Umweltfragen am Gymnasium Frechen, indem sie die Teilnehmer für die Ferienpraktika aussuchen (Frechen), den Großteil der Kosten tragen (Düsseldorf) und die Kurse fachlich betreuen (Uni Köln). Untergebracht wurden die jungen Leute durch Studiendirektor Paul Feltes im Riehler Jugendgästehaus.

Den Unibetrieb kriegt der Nachwuchs wegen der Semesterferien nicht so mit, „aber immerhin bekommt man ein Gefühl für die Uni“, meint Thomas Schlick aus Aachen, und Niklas Cibura (Münster) hat Geschmack am Mensa-Essen gefunden („toll“). Sie verfolgen die Aussagen von Sarah Koch und Sebastian Bold über das Thema Chemoluminiszenz, lauschen den Erläuterungen über die Grätzel-Zelle (eine Solarzelle) oder lachen über Albert Einstein, der den Nobelpreis für die Deutung des Photoeffekts bekam, in seiner Rede aber lieber über seine Relativitätstheorie sprach.

Torsten Mautz (17) aus Frechen ist ein alter Hase. Voriges Jahr hat er beim Praktikum mitgemacht, für die Osterferien auf eigene Faust die Fortsetzung gesucht und ist auch jetzt dabei (Kernphysik). Physik wie auch Chemie liegen ihm, in beidem hat er an der Schule eine Eins, und er will in Köln Physik studieren. Hat er die Vorträge verstanden? „Alle.“ Das glaubt man ihm sofort.



Die Kölnische Rundschau im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Anzeige


Rundschau-Spezial


Anzeige




Rundschau-Wahl


Bildergalerien


Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Kino & Film - Suche



Rundschau-Spezial


Rundschau-Serie


Rundschau-Serie


Rundschau-Service


Rundschau-Service


Rundschau-Forum


Rundschau-Serie


Bilderstrecken-Serie


RHEINLAND WETTER


Top-Links (Anzeige)



Extra


Dienste