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Tag der offenen Tür

Wo Deutsch keine Fremdsprache sein soll

Von Arnd Gaudich, 03.10.08, 19:46h

Hinter der schlichten Fassade versteckt sich wahre Pracht. „Dass es hier so luxuriös ist, habe ich nicht erwartet“, staunte gestern Melanie Dresbach über die Moschee in Engelskirchen. Die Münsteranerin und ihre Großmutter gehörten zu den Neugierigen, die zum „Tag der offenen Moschee“ von den islamischen Gemeinden in Oberberg begrüßt wurden.

Oberberg - Hinter der schlichten Fassade versteckt sich wahre Pracht. „Dass es hier so luxuriös ist, habe ich nicht erwartet“, staunte gestern Melanie Dresbach über die Moschee in Engelskirchen. Die Münsteranerin und ihre Großmutter gehörten zu den Neugierigen, die zum „Tag der offenen Moschee“ von den islamischen Gemeinden in Oberberg begrüßt wurden. Auch in Bergneustadt, Waldbröl und Wipperfürth nutzten Hunderte die Gelegenheit für einen Blick ins Morgenland.

Die Oktobersonne gibt dem Gotteshaus den passenden Glanz. Handwerker einer Spezialfirma aus der Türkei haben in dem Gebetsraum tausende bunte Kacheln angebracht. Erst im vergangenen Jahr wurden die aufwändigen Arbeiten beendet. „Importiert haben wir auch den Gebetsteppich und die Kronleuchter“, erklärt Ramazan Ogrzewalla den Besuchern. Der 2. Vorsitzende der Gemeinde berichtet, dass sein Glaube Bilder von Allah oder Mohammed verbietet. „Deswegen zeigen die Kacheln immer wiederkehrende Ornamente und Schriftzeichen.“

Wie in Gotteshäusern anderer Religionen gibts auch in der Moschee eine Kanzel für Predigten. „Unser Imam spricht unter anderem über die Anpassung an die deutsche Kultur“, sagt Ogrzewalla. Bislang werden diese Predigten ausschließlich in türkischer Sprache gehalten. Doch zukünftige Vorbeter, die der türkische Staat nach Deutschland entsendet, könnten schon bald auf Deutsch predigen. „Entsprechende Projekte laufen“, sagt der Muslim. „Gut wäre das für die Araber, Bosnier und Russen. Denn auch die besuchen unsere Moschee.“

Beten in der Moschee

hält bis ins hohe Alter fit

Dass der islamische Glaube fit hält, erstaunt die Besucherin Ingrid Kolatzek: „Sogar 80-Jährige knien sich noch problemlos zum Gebet hin.“ „Auch die rituellen Waschungen vor dem Betreten des Gebetsraums beleben die Kreislauf“, ergänzt Ogrzewalla. Ehemann Peter findet die Atmosphäre toll. Zu der trägt auch die Ney-Flötenmusik bei, die per Lautsprecher durchs ganze Haus getragen wird - und die Moschee hat viele Räume. In einem Klassenzimmer treffen sich türkische Frauen, um Deutsch zu lernen. Für eine Jugendgruppe gibts einen Kinosaal und ein kleines Internetcafé. In der Teestube sind nicht nur Gemeindemitglieder willkommen, betont Ogrzewalla: „Hierhin können natürlich auch Deutsche kommen.“

Er hat beobachtet, dass die Hemmungen zwischen den Kulturen allmählich abnehmen. Ab und an trinken tatsächlich auch Deutsche einen schwarzen Tee aus den typischen kleinen Gläsern.



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