Von Tim Attenberger, 05.10.08, 21:03h, aktualisiert 06.10.08, 09:35h
Rückblick: Kurz nach 11 Uhr morgens sind die Teilnehmer am 12. Köln Marathon auf Höhe der Haltestelle Deutzer Freiheit gestartet. Schon beim Startschuss gibt es parallel zum Konfettiregen kleine und größere Schauer. Die Läufer kämpfen gegen Regen, der von allen Seiten kommt und tun sich vor allem mit den starken Windböen schwer.
Wie in seinem Element fühlt sich bei diesem Wetter Jens Ström aus Odense in Dänemark, der als Schwan an den Start geht und es damit schließlich unter die fünf besten Kostümträger schafft, die mit einem Fluggutschein prämiert werden. „Mit dem Wetter kann man schon gut zurecht kommen“, meint der Starter mit der Nummer 8816, der ganze zwei Jahre an seiner Verkleidung gearbeitet hatte.
Immer wieder müssen sich die Läufer auf der 42,195 Kilometer langen Strecke nicht nur den Schweiß von der Stirn wischen, sondern auch die Regentropfen. Gut getroffen hat es Rundschau-Leser Friedbert Schmidt, zu dessen prämiertem Kostüm neben schwarzem Negligee und passenden Strumpfhaltern praktischerweise auch ein rosa Schirmchen gehört. „Ich laufe einen Marathon normalerweise unterhalb von drei Stunden. Da ich aber vor sieben Wochen am Meniskus operiert wurde, wollte ich inkognito mitmachen“, berichtet der 46-Jährige aus Ruppichteroth.
Für einen Platz auf dem Siegertreppchen reicht es am Ende auch für „Bienenfrau“ Andreas Schön aus Gießen, der mit feuerroten Haaren und weiblichen Rundungen überzeugt. Über so viel Stoff auf der Haut hätte sich sicher auch Vorjahressieger Gerd Mausbach gefreut, der nach seinem Auftritt als Tarzan in diesem Jahr als Indianer wieder viel nackte Haut zeigt. „Mir macht die Kälte nichts, ich wäre auch bei Minustemperaturen so gelaufen“, verrät der 51-Jährige aus Vogelsang, dessen Kostüm Ehefrau Ulrike gestaltet hatte.
Für erhöhtes Heimat-Flair sorgt Markus Thienel, der die Strecke als kölscher Superman in langer blauer Unterhose absolviert. Bereits am Vormittag hat sich Thienel am Rundschau-Stand sein persönliches Extrablatt geholt: Jeder Teilnehmer am Kostümwettbewerb bekommt eine Ausgabe mit seinem Foto auf der Titelseite.
„Ich war am Freitag auf dem Oktoberfest, da war mir klar, dass ich nicht auf Zeit laufen kann“, sagt der 33-Jährige aus Weidenpesch. Ob er als Superheld überhaupt einen Fluggutschein braucht, lässt er allerdings offen.
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