Von Joachim Schmidt, 06.10.08, 22:34h, aktualisiert 07.10.08, 13:49h
Doch in Oliver Bierhoff, dem Manager der Nationalelf, fand Kapitän Ballack nach einer umstrittenen Entscheidung des Fußball-Weltverbands Fifa offenbar keinen Mitstreiter. Laut Fachmagazin Kicker gibt es aus Bierhoffs Sicht keine Spielernamen auf den Trikots. Technische Probleme soll er als Grund genannt haben.
Das Ärgernis mit dem eingeschränkten Tragen von Rückennummern und fehlender Spielernamen begann im August. Da wurde eine schon länger gefasste Fifa-Regel publik, wonach bei den WM-Qualifikationsspielen die 18 auf dem Spielberichtsbogen notierten Spieler die Rückennummern 1 bis 18 zu tragen haben. Eine 20, wie sie Lukas Podolski stets besaß, ist also untersagt.
Nicht verboten ist jedoch die Aufschrift von Spielernamen auf den Trikots, wie es zunächst geheißen hatte. Nach Meinung von Oliver Bierhoff sei es allerdings ein Zeitproblem, die 18 Trikots zwischen Bekanntgabe der Mannschaftsaufstellung - in der Regel 90 Minuten, spätestens aber 75 Minuten vor dem Anpfiff - und dem Spielbeginn zu beflocken. Diese Bezeichnung leitet sich von dem Wort Flock ab, womit kurz geschnittene Fasern bezeichnet werden.
Manfred Drexler, früherer Schalke-Profi und seit gut zwei Jahrzehnten vom DFB-Ausrüster Adidas für die deutsche Elf zuständiger Zeugwart, benötigt angeblich etwa fünf Minuten zur Anbringung eines Spielernamens; für den 18er-Kader wären das also 90 Minuten.
„Ich denke, dass der Spielername auf dem Trikot für die Identifikation der Fans mit uns wichtig ist. Ich habe auch nicht verstanden, warum zum Beispiel Italien, Holland, Frankreich und England trotz der neuen Fifa-Nummernregel Namen tragen können, wir aber nicht“, erregte sich Michael Ballack in einem gestern veröffentlichten Interview des Kicker.
Auf die Vorhaltung, Oliver Bierhoff bringe technische Probleme für den Namensverzicht ins Spiel, entgegnete der Mannschaftskapitän, der sich bereits während der EM eine heftige Auseinandersetzung mit dem Manager geleistet hatte: „Technische Probleme? Das habe ich vom DFB-Ausrüster Adidas anders gehört. Im Übrigen gibt es dieses Problem offensichtlich bei den anderen Nationen mit demselben Ausrüster nicht.“
Unabhängig von allen Argumenten fehlt Nicolas Bichsel vom Sportartikelhersteller Puma jegliches Verständnis für die Fifa-Entscheidung, nur noch die Nummern 1 bis 18 zuzulassen: „Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, was man sich da überlegt hat. Da waren wohl irgendwelche Schreibtischtäter am Werk. Die Emotionen im Fußball gehen mit einem solchen Gebaren einfach verloren.“
Trikots wieder mit Namen
07.10.2008 | 15.51 Uhr | scriptorius
Man bekommt wirklich den Eindruck, als hätten die Verantwortlichen des Fußballs nichts anderes zu tun, als sich solche Spielereien auszudenken wie…
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