Von Tim Attenberger, 26.10.08, 21:03h, aktualisiert 26.10.08, 21:20h
Wie aus dem Nichts tauchen von überall her Leute auf, die hektisch Kopfhörer absetzen, wild gestikulieren und das Auto auf austretendes Benzin untersuchen. Es sind Mitarbeiter der Firma „Action concept“, die gerade eine Szene für die RTL-Serie „Alarm für Cobra 11“ drehen. Rückblick: Bereits am frühen Morgen wird das IHK-Gebäude vorbereitet. Etwa drei Meter vor dem tatsächlichen Eingang wird eine Scheibe aus Sicherheitsglas eingesetzt. Dieser Vorbau soll später von dem schwarzen Saab durchfahren werden.
Gegen 9 Uhr wird die Gereonstraße zwischen Tunisstraße und Klingelpützstraße für den Autoverkehr gesperrt. Einige Zuschauer haben sich am Drehort versammelt. Vor dem IHK-Gebäude sieht man weiße Stehtische und Sonnenschirme, Luftballons und Schilder mit der Aufschrift „Tag der offenen Tür“. Einige Statisten stehen in festlicher und für die Jahreszeit eindeutig zu luftiger Kleidung davor.
Insgesamt sind rund 70 Personen am Set. Die Crew wirkt jetzt angespannt, einige ziehen nervös an ihren Zigaretten, andere nippen an Kaffeebechern. Plötzlich ertönt das Kommando „Achtung, wir drehen“. Unmittelbar danach rasen vier Autos an der IHK vorbei, zwei Streifenwagen schießen aus der Kardinal-Frings-Straße und stellen sich quer. Der schwarze Saab fährt mit quietschenden Reifen auf das Portal zu, die Statisten springen zur Seite. Die Scheibe bleibt diesmal noch unversehrt. Kurze Beratung, dann heißt es: „Wir machen noch eine.“ So geht es anderthalb Stunden weiter. „Die Szene muss jetzt aus allen möglichen Perspektiven immer wieder gedreht werden“, erklärt Petra Keller von „Action concept“. Als der Fahrer des Saab kurz aussteigt, fragt einer der Zuschauer: „Was sind Sie denn nun, Polizist oder böser Verbrecher?“. Der junge Mann setzt ein breites Grinsen auf: „Ich bin der Stuntman.“ Alle Schaulustigen müssen sich verdrücken, um nicht von einer der Kameras erfasst zu werden, denn die Fahrt durch die Fensterscheibe kann nur ein einziges Mal gedreht werden. Es klappt. Regisseur und Kameramann schauen sich zufrieden an, der Stunt war perfekt. In der Episode, die unter dem Namen „Das Komplott“ 2009 ausgestrahlt werden soll, nimmt die Actionsequenz übrigens nur eine Minute ein.
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