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Tanzfestival NRW

Pina ruft, und alle kommen

Von Klaus Keil, 29.10.08, 19:43h, aktualisiert 31.10.08, 13:11h

Das Internationale Tanzfestival NRW in Wuppertal, Düsseldorf und Essen zeigt frühe und neue Stücke der Star-Choreografin und -Tänzerin Pina Bausch. Vom 7. bis 30. November folgen Künstler aus aller Welt ihrer "Einladung zum Tanz".

Pina Bausch
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Pina Bausch tanzt in "Café Müller" auch selbst. (Bild: dpa)
Pina Bausch
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Pina Bausch tanzt in "Café Müller" auch selbst. (Bild: dpa)
„Mich interessiert nicht so sehr, wie sich Menschen bewegen, sondern was sie bewegt.“ Diese lapidare Aussage von Pina Bausch sollte den zeitgenössischen Tanz in der Folge radikal verändern. Doch nicht nur der Inhalt, auch die Form änderte sich: Zum Tanz kam die Sprache, das Tanztheater hat den reinen Tanz überwunden. Und das so sehr, dass die Kritik an Bauschs neuen Stücken immer lauter wurde, die mehr Tanz anmahnte.

Der Tanzfan sollte deshalb keine Chance auslassen, Pina Bauschs tanzstarke frühe Stücke zu sehen. Gelegenheit dazu gibt es vom 7. bis 30. November beim Internationalen Tanzfestival NRW in Wuppertal, Düsseldorf und Essen. Gezeigt werden „Palermo, Palermo“ (1989), „Die sieben Todsünden“ (1976), „Das Frühlingsopfer“ (1975), „Vollmond“ (2006) und zwei Versionen von „Kontakthof“ (1978), einmal mit Damen und Herren über 65 und als Uraufführung mit Teenagern ab 14. Highlight der kleinen Bausch-Restrospektive ist jedoch ihre Tanzoper „Orpheus und Eurydike“ (1975), die vom Ballett der Pariser Oper mit seinen exzellenten Solisten getanzt wird. Und wer Pina Bausch selbst auf der Bühne erleben möchte, kann dies in „Café Müller“ (1978) tun, dem einzigen Stück, in dem sie selbst tanzt. Zum zweiten Mal leitet Pina Bausch - die gestern übrigens als erste Tänzerin mit dem Duisburger Musikpreis ausgezeichnet wurde (15.000 Euro) - das Festival und macht es wieder zu einem Fest mit Freunden: Drei Wochen folgen Künstler von Brasilien bis China, von Israel bis Südkorea ihrer Einladung.

Viele Premieren

Es wird zahlreiche deutsche Erstaufführungen geben, u.a. von Kahekili aus Hawai, die mit einem farbenprächtigen Hula-Tanz in die Mythen der Insel entführen. Die chinesische Guangdong Modern Dance Company (die vor Jahren auch in Köln zu Gast war) wird ihr kraftvoll-expressives „Sticks“ zeigen, und das Cloud Gate Dance Theatre aus Taiwan kommt mit „Wind Shadow“, angekündigt als Stück verblüffender Schönheit.

Dazu kommen Soloabende u.a. mit Sylvie Guillem, Lin Hwai-min, Louise Lecavalier, Sidi Larbi Cherkaoui und Eva Yerbabuena. Vor allem der Abend mit der Primaballerina Sylvie Guillem (und ihrem Partner Russell Maliphant) verspricht ein besonderes Erlebnis zu werden. Immerhin gilt sie als eine der weltbesten Tänzerinnen. Bei diesem Angebot langer Festivalnächte sollte man Pina Bauschs Empfehlung durchaus ernst nehmen: „Schlafen Sie vor.“

Tickets 0202-569 4444.



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