Von MARTIN SAUERBORN, 30.10.08, 22:45h, aktualisiert 02.11.08, 23:57h
Es war die Tragik des Falls Robert Müller, die Frank Doyle nach Köln verschlug. Als der an Krebs erkrankte Stammkeeper der Haie im August zum zweiten Mal am Kopf operiert werden musste und die Kölner nach einem Ersatz Ausschau hielten, fanden sie Doyle. Der hatte zuletzt in der American Hockey League (AHL) für das Farmteam des NHL-Clubs New Jersey Devils, die Lowell Devils, gefangen, stand ohne Verein da und passte ins Anforderungsprofil der Haie. Die fahndeten nach einem Torwart, der die Chance nach einer Veränderung suchte und bereit war, ein befristetes Arbeitsverhältnis einzugehen. Denn sobald Müller wieder spielen kann, gehört ihm der Status der Nummer eins im KEC-Kasten.
„Für mich ist es ein Neuanfang. Ich wusste nichts über Deutschland, wollte aber meine Chance suchen“, erklärt Doyle. Sein Vertrag bei den Haien läuft bis Ende November. „Es gab Gespräche mit Manager Rodion Pauels, aber ich weiß noch nicht, ob es für mich hier weitergeht“, beschreibt er seine Situation. Robert Müller trainiert seit drei Wochen wieder. Wann er aber ins Tor zurückkehren kann, bleibt ungewiss.
So läuft die Zeit für Doyle, dessen bescheidene und freundliche Art im Team der Haie und bei den Verantwortlichen gut ankommt. Wie auch seine Leistungen, die er in den jüngsten Spielen steigerte. „Klar war es sehr schwer, neu in ein verunsichertes Team zu kommen. Und die vielen Niederlagen waren sicher nicht gut für mein Selbstvertrauen. Doch mit den Siegen sind Spaß und Zufriedenheit zurück gekommen“, sagt Doyle.
Bei den Erfolgen gegen Augsburg, in Kassel und gegen Ingolstadt gab Doyle den Haien den Rückhalt, den ein krisengeschütteltes Team im Eishockey von einem Torwart braucht. „Ich denke positiv und versuche, jeden Tag glücklich zu sein. Das sind die Voraussetzungen für mentale Stärke und gute Leistungen“, meint Doyle. Heute gegen Straubing (19.30 Uhr) und am Sonntag gegen Wolfsburg (14.30 Uhr, beide Lanxess-Arena) will er auch ohne den verletzten Mirko Lüdemann mit den Haien zwei weitere Siege einfahren. Um dann vielleicht in der Länderspielpause einen neuen Vertrag zu unterschreiben: „Alles im Leben braucht halt seine Zeit“, findet Frank Doyle.
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