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Haie

Der besondere Moment

Von Martin Sauerborn, 03.11.08, 00:00h

Gorgulla gelang ein sensationelles Tor beim 4:1 der Haie gegen Wolfsburg. Es war der besondere Moment eines Spiels, in das die Haie nach dem 3:4 am Freitag gegen Straubing nur schwerlich Zugang fanden.

Kölner Haie
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Das Logo der Kölner Haie. (Symbolbild: dpa)
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Das Logo der Kölner Haie. (Symbolbild: dpa)
KÖLN - Philip Gogulla gilt als ernster Mensch. Er zweifelt oft, denkt viel über die Dinge seines Lebens nach. Sicher lobenswert, aber nicht immer hilfreich. Denn manchmal ist weniger halt mehr. „Ich habe es einfach gemacht. Das war intuitiv.“ Zwei Sätze, die ausgrechnet Grübler Gogulla nach dem 4:1 (1:1, 2:0, 1:0) seiner Kölner Haie in der deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen Wolfsburg kundtat - und die er öfter aussprechen sollte. Dann nämlich schießt er häufiger solch sensationelle Tore wie gestern das 3:1.

Es war der besondere Moment eines Spiels, in das die Haie nach dem 3:4 am Freitag gegen Straubing nur schwerlich Zugang fanden. Das DEL-Überraschungsteam aus Wolfsburg ging in Unterzahl durch Mike Green in Führung (12.). Allein Christoph Ullmann und seiner entschlossenen Aktion zum 1:1 (16.) war es zu verdanken, dass der KEC nicht frühzeitig den Ausgang nehmen musste. Nach dem 2:1 von Todd Warriner (23.) bekamen die Haie sogar Oberwasser. Es fehlten aber Spielwitz und Genauigkeit, wie zwei Schüsse von Warriner (27. / 33.) ans Gestänge belegten.

Tja, und dann kam Gogulla. In Unterzahl nahm er einen Pass von Moritz Müller auf, ließ mit einer gebremsten Drehbewegung Justin Papineau spektakulär ins Leere rutschen, um schließlich mit der Rückhand einzunetzen (36.). „Jedes Tor ist schön, aber dieses war ein besonderes“, beschrieb der Schütze - ohne den Anflug eines Lächelns.

Gogulla verdiente sich nicht nur wegen seines Zauberstücks gestern die Bestnote. „Er war der Stern des Spiels“, dichtete Haie-Trainer Clayton Beddoes. Und sein Tor? „Der Treffer hat dem ganzen Team Selbstvertrauen gegeben“, meinte Beddoes. Der ausgezeichnete Gogulla wollte von einer besonderen Motivation aber nichts wissen: „Ich versuche immer alles, denn wir brauchen in unserer Situation die Punkte und die gibt es nur für harte Arbeit.“

Oder mit Hilfe eines Gegenspielers. Denn nach Nationalspieler Gogulla war Daniar Dshunussow bester Kölner vor nur 7786 Zuschauern in der Lanxess-Arena. Beim 2:1 ließ der Wolfsburger Torwart Warriners Harmlos-Schuss durch den Handschuh rutschen. Das 4:1 kassierte er durch einen Schuss, den Stéphane Julien von jenseits der blauen Linie abgab (41.). Danach war Schluss für Dshunussow, dem die Kölner es zu verdanken haben, dass sie mit dem Sieg die Playoff-Plätze während der zwölftägige Länderspielpause in Sichtweite behalten.

Geschäftsführer Thomas Eichin zeigte sich ob dieser Tatsache erleichtert. Allerdings nicht so sehr, als dass er die schwierige Situation, in der sich die Haie befinden, so einfach vom Tisch wischen konnte: „Aufgrund des Zuschauer-Rückgangs fehlt uns derzeit eine sechsstellige Summe im Etat. Für die kommende Saison wird es einen schmaleren Etat geben, den wir den aktuellen Gegebenheiten anpassen.“ Neben der weltweiten Finanzkrise hob Eichin dabei auf die vielen Spiele in der DEL ab. „Wir brauchen eine Liga mit zwölf Teams und Auf- und Abstieg“, argumentierte er. Und trifft damit bei Uwe Krupp auf offene Ohren: „Ich glaube, die Fans wollen Auf- und Abstieg“, sagte der Bundestrainer, der sich gestern auch für eine Reduzierung der Spielanzahl aussprach: „Aber die DEL entscheidet.“

Köln: Doyle, Trygg, Renz; Pratt, Ankert; Moritz Mülle, Julien; Gogulla, Ullmann, Marcel Müller; Warriner, Piros, Johnson; Adams, Rudslätt, Melischko. - SR.:Looker (USA). - Zuschauer: 7786. - Tore: 0:1 Green (11:31 / 4:5), 1:1 Ullmann (15:15 / Ma. Müller), 2:1 Warriner (22:12), 3:1 Gogulla (35:17 / Mo. Müller, 4:5), 4:1 Julien (40:24 / Doyle, Mo. Müller). - Strafminuten: Köln 8; Wolfsburg 14.



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