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Die Arbeit niedergelegt

Von ALICE GEMPFER und MANFRED HILGERS, 05.11.08, 07:06h

In den Tarifverhandlungen der IG Metall fordert die Gewerkschaft eine Lohnerhöhung um acht Prozent. Nach dem 2,1-Prozent-Angebot der Arbeitgeber rief die Gewerkschaft zu...

EIFELLAND. In den Tarifverhandlungen der IG Metall fordert die Gewerkschaft eine Lohnerhöhung um acht Prozent. Nach dem 2,1-Prozent-Angebot der Arbeitgeber rief die Gewerkschaft zu Warnstreiks auf. Gestern machten auch die Mitarbeiter Eifeler Unternehmen ihrem Unmut Luft. In Mechernich bei der Deutschen Mechatronics und „Crown Special Packages“, in Hellenthal bei Stocko, in Euskirchen bei Miele und in Arloff beim Hammerwerk Erft legten die Mitarbeiter zu Warnstreiks ihre Arbeit nieder.

Wecken in Form

einer Acht

Gewerkschaftssekretär Lutz Mühring von der IGM Bonn / Rhein Sieg freute sich, mit den Stocko-Mitarbeitern zu streiken: „Wir haben lange nichts mehr gemeinsam gemacht.“ Betriebsratsvorsitzender Gunter Echtle verteilte Wecken an die Mitarbeiter, die in Form einer Acht gebacken waren - entsprechend der Acht-Prozent-Forderung.

„Die Preise werden immer höher, wir müssen immer mehr bezahlen - und haben immer weniger in der Tasche“, so Silke Kammler, Betriebsratsvorsitzende des Mechernicher Unternehmens „Crown Special Packages“. Das zehnköpfige Team war auf das Gelände der Mechatronics (570 Mitarbeiter) gekommen, um die Kollegen dort zu unterstützen. In Mechernich legten 270 Mitarbeiter ihre Arbeit für eine Stunde nieder, bei Miele waren es 120 und in Arloff 60.

Als Gewerkschaftsvertreter war IG-Metall Bevollmächtigter Ralf Kutzner in Mechernich: „Die Metall- und Elektroindustrie hat in den vergangenen Jahren Erfolgsgeschichte geschrieben. In der Bundesliga der Top-Branchen gehören sie zu den Spitzenreitern.“ Mechatronics-Betriebsratschef Klaus-Dieter Hutzler konkretisierte: „Die Gewinne in der Metall- und Elektroindustrie erreichten Rekordhöhen. Fast 100 Milliarden Euro haben die Unternehmen als Gewinn nach Steuern in den letzten beiden Jahren erzielt. Das gab es zuletzt vor 38 Jahren.“

Eben jene Zuwächse, so Hutzler, stünden im krassen Gegensatz zu den Löhnen der Mitarbeiter: „Dabei sind sie es schließlich, die den Gewinn erarbeitet haben.“ Die Mitarbeiter hätten in den vergangenen Jahren hohe Kaufkraftverluste hinnehmen müssen und Lohnerhöhungen die Preissteigerungen nicht ausgleichen können. Die von Arbeitgeberseite gebotenen 2,1 Prozent (plus Einmalzahlung von 0,8 Prozent des Jahreseinkommens) hält Kutzner für nicht diskutabel: „Das würde nicht mal die Preissteigerung ausgleichen - das bedeutet sogar einen Reallohnverzicht.“ Das Argument der Unternehmen, in einer Wirtschaftskrise nicht mehr bieten zu können, akzeptiert die IG Metall nicht: „Die hat nichts mit Löhnen zu tun, sondern damit, dass sich, wie im Kasino, einige Spekulanten verzockt haben.“



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