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Video-Stadtplan

Per Mausklick durch die Straßen Kölns

Von Christian Deppe, 05.11.08, 21:43h

Ein Kölner Unternehmer hat einen Videostadtplan entwickelt, mit dem man interaktiv durch die Straßen der Stadt spazieren kann. Rund 8.300 Filme aus fast allen Stadtteilen stehen zur Verfügung. Damit kommt er der Deutschen Post und sogar Google zuvor.

Luxemburger Straße
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Bei weitem nicht der schönste Platz Kölns, aber einer der belebtesten: die Mega-Kreuzung am Barbarossaplatz, gesehen von der Luxemburger Straße. (Archivbild: Bernd Schöneck)
Luxemburger Straße
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Bei weitem nicht der schönste Platz Kölns, aber einer der belebtesten: die Mega-Kreuzung am Barbarossaplatz, gesehen von der Luxemburger Straße. (Archivbild: Bernd Schöneck)
Eine Autofahrt durch Köln - am Bildschirm des eigenen Computers. Das ermöglicht „Prima facie“, ein Videostadtplan, in dem rund 8.300 Filme die Straßen der Domstadt von Rath bis Müngersdorf, von Meschenich bis Flittard vorstellt. Über zwei Jahre hat das Filmteam gebraucht, um die Straßenzüge einzufangen. „Zumindest die wichtigen Straßen wollten wir nur bei Kaiserwetter aufnehmen“, sagt Hans-Peter Forkel, der die Idee zu der Online-Stadtrundfahrt hatte.

Aufnahmen vorzugsweise bei schönem Wetter

Die Schönwetter-Vorgabe an das Filmteam ist Ausdruck der Leidenschaft, mit der Forkel, der Chef eines Kölner Maklerunternehmens, seine Idee in die Tat umgesetzt hat. Ursprünglich wollte er den Kunden, vor allem Firmen, einen Eindruck von der Lage der angebotenen Immobilien verschaffen. „Aber das System ist so aufwendig und der Nutzwert ja eigentlich für jedermann so groß, dass ich dachte, das sollte allen zugänglich sein“, sagt der 50-Jährige.

Der gebürtige Bayer, den es vor nunmehr 16 Jahren an den Rhein verschlug, hat nebenbei einen kleinen Wettlauf gewonnen. Der Internet-Suchdienst Google hatte schon vor einigen Monaten so genannte „Street Views“ für die Bundesrepublik angekündigt und die Deutsche Post einen ähnlichen Service in Aussicht gestellt. Beide sind aber noch nicht so weit, und statt der großen Konzerne hat ein ortsansässiger Außenseiter das Rennen gemacht - und nicht nur in Köln, sondern mit insgesamt 23.000 Videos auch in Bonn und Düsseldorf.

Im Gegensatz zu „Prima facie“ verspricht Google allerdings neben Spazierfahrten durch Kölns Straßen auch 360-Grad-Ansichten der Örtlichkeiten. Alle möglichen Blickrichtungen werden dazu mit einer Mehrbildkamera eingefangen, die Einzelaufnahmen dann später zusammengesetzt. Das kann Forkel zwar nicht bieten, dafür verweist er auf die hohe Qualität seiner Videos: Auch wenn der Nutzer die Perspektive nicht per Mausklick beeinflussen kann, bieten die Filme doch ein hohes Maß an Anschaulichkeit.

Dazu gehört auch, dass auf einem unterlegten Stadtplan (Grundkarte und Luftbildkarte) die Videofahrten nachvollzogen werden können. Neben den Straßen und Häusern sind auch die gefilmten Menschen und Autokennzeichen deutlich erkennbar. Datenschützer haben in dieser Hinsicht schon nach der Ankündigung von Google Bedenken angemeldet. „Ich sehe da kein Problem“, so Forkel. „Wenn sich jemand auf den Videos wiedererkennt und beschwert, machen wir ihn unkenntlich.“



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