Von MARGRET KLOSE, 10.11.08, 07:18h
Auch Bürgermeister Wolfgang Henseler lobte die Idee: Neue Wege zu beschreiten, tut unseren Chören gut. Das wird ihnen zusätzliche Sympathien einbringen und neuen Zulauf bescheren. Dabei waren die Vorbereitungen für das Konzert nicht einfach gewesen. Dass der erste angepeilte Konzerttermin im Sommer aus Krankheitsgründen verschoben werden musste, war nur ein Hindernis.
Mir verschlug es schlichtweg die Sprache", erinnerte sich Sänger Günther Zanke (77), als er zum ersten Mal von den Plänen seines Dirigenten hörte. Guido Wilhelmy hatte sich das Projekt zusammen mit dem Vorsitzendem Klaus Niggemann ausgedacht (siehe auch Interview). Überzeugungsarbeit hatte Wilhelmy jedoch nicht nur in den eigenen Reihen zu leisten, sondern auch bei der Rockband. Spontan dachte ich nur, das könnte ziemlich interessant werden", sagte Gitarrist Roman Götsch. Innerhalb der Band sei man allerdings auch skeptisch gewesen. Doch schon nach der ersten gemeinsamen Probe seien alle Bedenken verflogen. Die Herren sind ja alle ziemlich gut drauf", schmunzelte Götsch. Und auch der 77-jährige Günther Zanke bestätigte kurz vor dem Auftritt: Die Proben haben richtig Spaß gemacht und die Hüften schwingen müssen wir ja nicht.
Zunächst begann das Konzert zwar modern, aber nicht ausgeflippt. Mit dem Conquest of Paradies", das als Hymne des Boxers Henry Maske bekannt wurde, eröffnete die Concordia den Abend. Ganz bewusst hatte Wilhelmy sehr bekannte Lieder ausgesucht: Ich war noch niemals in New York etwa und Aber bitte mit Sahne.
Erst im zweiten Teil wurde es so richtig rockig: Die MGV-Sänger tauschten Krawatten und Westen gegen T-Shirts und ließen sich vom Sound der fünf Rockmusiker Roman Götsch (Schlagzeug), Norbert Rüth (Bass), Peter Vendel (Keyboard), Thomas Rüth (E-Gitarre) und Stephan Wagner (Gesang) anstecken. Unterstützt von den rund 20 Chorsängern erklang das Mottolied der Band Datjiddetdojanit - jojodat, das die Gruppe anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens im vergangenen Jahr komponiert hatte. Damals hatten sie sicher nicht daran gedacht, den Song einmal mit einem Männergesangverein zu interpretieren.
Sämtliche Lieder, die der Chor zusammen mit der Rockband vortrug, hatte Dirigent Guido Wilhelmy für seine Männer, die im übrigen ein Durchschnittsalter von rund 70 Jahren haben (fünf sind sogar schon über 80), umgeschrieben - und das Ergebnis kam so gut an, dass das Publikum erst nach einigen Zugaben und Bye, bye, my love nach Hause ging.
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