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Letzter Tag in Tempelhof

Ein Airport feiert Abschied

Von Claudia Lepping, 30.10.08, 18:52h, aktualisiert 30.10.08, 18:54h

Hochbetrieb am letzten Tag im historischen Airport: Um Mitternacht stellt der Flughafen Berlin-Tempelhof seinen Betrieb ein. Zahlreiche Flieger landeten noch einmal auf dem Gelände im Zentrum Berlins, auch viele Protestler gegen die Schließung sind anwesend.

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Am kommenden Donnerstag, den 30. Oktober 2008, wird der Flughafen Tempelhof nach 85 Jahren Flugbetrieb geschlossen. Berlin nimmt Abschied von dieser Legende, die die Geschichte dieser Stadt mitgetragen hat, mit einer Feier für geladene Gäste in der Haupthalle. (Bild: dpa)
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Am kommenden Donnerstag, den 30. Oktober 2008, wird der Flughafen Tempelhof nach 85 Jahren Flugbetrieb geschlossen. Berlin nimmt Abschied von dieser Legende, die die Geschichte dieser Stadt mitgetragen hat, mit einer Feier für geladene Gäste in der Haupthalle. (Bild: dpa)
BERLIN - Vor der Schließung des Flughafens Berlin-Tempelhof am Donnerstag haben hunderte Berliner und Touristen dem historischen Komplex einen letzten Besuch abgestattet. Einige stellten am Abfertigungsgebäude Grablichter auf, andere machten Fotos vom ältesten Verkehrsflughafen der Welt oder reihten sich trotz strömenden Regens für einen Sonderstempel der Post in lange Schlangen ein. Unmittelbar vor der Abschlussfeier in der Haupthalle postierten sich im Regen mehr als 100 Gegner der Schließung vor dem historischen Bau und demonstrierten mit einer Lichterkette. In der Halle war eine Feier mit 800 geladenen Gästen geplant.

Auch auf dem Flugfeld herrschte am Donnerstag Hochbetrieb: Etliche Flugzeuge starteten zu Rundflügen über die Stadt, bevor um Mitternacht der Flugbetrieb für immer eingestellt werden sollte. Einige Maschinen müssen dann in den nächsten Tagen möglicherweise per Tieflader vom Rollfeld gefahren werden. Am Abend hatten drei Flugzeugbesitzer noch immer nicht ihre Kleinmaschinen von Tempelhof fortgeflogen. "Um 24.00 Uhr endet der Flugbetrieb", stellte ein Flughafensprecher klar. Wer dann nicht weg sei, müsse seine Maschine zerlegen und per Tieflader vom Gelände fahren lassen.

"Rosinenbomber" beenden Airport-Geschichte

Zahlreiche Luftfahrtfreunde hatten tagsüber die letzte Gelegenheit zu Landungen auf dem geschichtsträchtigen Flughafen genutzt. Ein Airbus A319 landete mit Gästen aus Köln, eine Sondermaschine kam aus dem lettischen Riga. Als letzter Linienflug war für 21.50 Uhr ein Start in Richtung Mannheim geplant. Gegen Mitternacht sollten ein historischer "Rosinenbomber" und eine "Tante Ju" von der Startbahn abheben. Mit dem Parallelstart der Flugzeug-Oldtimer endet der Flugbetrieb für immer.

Nach 85 Jahren wird Tempelhof zugunsten des künftigen Hauptstadtflughafens in Schönefeld geschlossen, der Ende 2011 in Betrieb gehen soll. Für den Linienverkehr hatte Tempelhof zuletzt kaum noch Bedeutung. Was aus dem Gebäude und dem riesigen Flugfeld am Rande der Innenstadt wird, ist noch ungewiss.

Wowereit verteidigt Schließung: "Auch künftig ein Ort der Erinnerung"

Vor den vergitterten Eingängen zur Haupthalle bildeten sich den ganzen Tag über große Menschentrauben. Wegen des Aufbaus für die Abschiedsfeier durften nur Passagiere und Personal das Herzstück des Flughafens betreten. Wer noch ein letztes Foto vom Innern des einst größten Gebäudes der Welt schießen wollte, musste sich mit einem Bild aus der Ferne begnügen. Bei vielen der extra angereisten Besucher löste diese Entscheidung der Flughafenleitung Unverständnis aus.

In der fußballfeldgroßen Halle reihten sich dicht an dicht weiß gedeckte Tische mit Blumenschmuck. Um die Gästeliste machten die Betreiber bis zuletzt ein Geheimnis. Erwartet wurde Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). "Jeder Abschied ist auch ein Neuanfang", teilte Wowereit mit. "Das Flughafengebäude wird nicht leer stehen, sondern weiter genutzt werden, und auf dem großen Freigelände ergeben sich neue Möglichkeiten einer zukunftsträchtigen, innenstadtnahen Stadtgestaltung." Das Gebäude bleibe ein Symbol für den Freiheitswillen der Berliner. Wowereit sagte: "Es wird auch künftig ein Ort der Erinnerung an die Luftbrücke sein, mit der während des Kalten Krieges die totale Blockade West-Berlins verhindert werden konnte."

(dpa)



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