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Jugend-Drogenstudie

Weniger Kiffer und „Koma-Säufer“

Erstellt 14.11.08, 18:25h

Immer weniger Jugendliche konsumieren laut einer Studie der Bundes-Drogenbeauftragten Sabine Bätzing Alkohol, Tabak oder Cannabis. Doch vor allem beim Alkohol ist das Niveau nach wie vor hoch: So hat jeder Fünfte zwischen zwölf und 17 Jahren im letzten Monat ein "Kampftrinken" veranstaltet.

Sabine Bätzing
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Sabine Bätzing, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, stellt in Berlin auf einer Pressekonferenz eine Studie über den Drogenkonsum von Jugendlichen vor. (Bild: dpa)
Sabine Bätzing
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Sabine Bätzing, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, stellt in Berlin auf einer Pressekonferenz eine Studie über den Drogenkonsum von Jugendlichen vor. (Bild: dpa)
BERLIN - Die Jugendlichen in Deutschland nehmen zwar immer weniger Drogen, aber jeder fünfte trinkt sich bei Saufpartys ins Koma. Das ergab eine neue Studie, die die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) am Freitag in Berlin vorstellte. "Der Konsum von Tabak, von Alkohol und Cannabis unter den 12- bis 15-Jährigen nimmt ab in Deutschland", sagte Bätzing. "Was uns Sorge macht, ist allerdings nach wie vor (...) das exzessive Rauschtrinken." Der Raucheranteil unter Jugendlichen sank auf den niedrigsten Stand seit 1979, das Haschischrauchen geht erstmals seit 2004 zurück.

Jeder Fünfte praktiziert "Kampftrinken"

Rund 415.000 Jugendliche - etwa acht Prozent der 12- bis 17-Jährigen - trinken laut der Studie so viel Alkohol, dass es gesundheitlich "äußerst bedenklich" ist. Jeder fünfte Jugendliche gab an, im Monat zuvor Kampftrinken praktiziert zu haben. Der Anteil ging zwar von einem Viertel im vergangenen Jahr auf ein Fünftel zurück, lag aber vor drei Jahren schon bei unter 20 Prozent. Dabei trinken Jungen deutlich mehr als Mädchen, Hauptschüler mehr als Gymnasiasten.

Die Drogenbeauftragte will Anfang 2009 einen Aktionsplan gegen Alkohol vorlegen. Sie hält eine Senkung der Promille-Grenze im Straßenverkehr auf 0,3 für sinnvoll. Bätzing lehnt Verbote ab, macht sich aber für junge Testkäufer stark, die die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes mit überprüfen sollen, und forderte die Wirtschaft auf, die Werbung für Jugendliche stärker zu kontrollieren. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung befragte für die Studie im Februar und März rund 3.000 Jugendliche und junge Erwachsene.

Die Drogenbeauftragte der Unionsfraktion, Maria Eichhorn (CSU), verlangte ein generelles Alkoholverbot für Minderjährige. Der FDP-Drogenpolitiker Detlef Parr sprach von einem Bewusstseinswandel bei Jugendlichen. Der Grünen-Abgeordnete Harald Terpe warf der Regierung vor, die Sucht von Medikamenten oder Computerspielen zu verschweigen.

Weniger Alkohol-, Zigaretten- und Cannabiskonsum

Die am weitesten verbreitete Droge unter Jugendlichen ist der Alkohol. Der Anteil derer, die regelmäßig Alkohol trinken, sank von 21,6 Prozent 2007 auf 17,4 Prozent. Nur noch knapp jeder Zehnte trinkt pro Monat mehrfach Alkopops, süße Getränke mit hochprozentigem Alkohol. Vor einem Jahr waren es noch 10,4 Prozent.

Der blaue Dunst verliert noch deutlicher an Reiz: Nur noch 15,4 Prozent der 12- bis 17-Jährigen rauchen, vor sieben Jahren waren es 28 Prozent. Die Zahl derer, die noch nie geraucht haben, stieg: 2004 war es knapp jeder zweite Jugendliche, 2008 etwa 60 Prozent.

Auch der Konsum von Cannabis (Haschisch) geht zurück. Während 2004 noch knapp ein Drittel der Jugendlichen schon mindestens einmal Haschisch geraucht hat, sank der Anteil 2008 auf 28,3 Prozent. Das Rauchen von Wasserpfeifen (Shishas) ist unverändert verbreitet.

Die Drogenbeauftragte zeigte sich besorgt über die Bio-Droge "Spice", eine Mischung vermeintlich ungefährlicher Kräuter, die Rauschzustände hervorrufen soll. "Wir warnen davor, Spice als Bio-Droge zu verharmlosen."

(dpa/bes)



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