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Vor Spitzenspielen

Bayern will Liga-Spitze erobern

Erstellt 26.11.08, 12:57h

Nach dem Achtelfinal-Einzug in der Champions League wendet Jürgen Klinsmann den Blick auf die Bundesliga: Nach den Spitzenspielen in Leverkusen und gegen Hoffenheim will der FC Bayern auf Platz eins der Liga stehen. Besonders das Offensiv-Trio - ohne Podolski, wohlgemerkt - erntet viel Lob.

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Bayern-Trainer Klinsmann (M) und Manager Hoeneß (r) freuen sich über das Weiterkommen.
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Bayern-Trainer Klinsmann (M) und Manager Hoeneß (r) freuen sich über das Weiterkommen.
MÜNCHEN - Nach dem ersten Schritt zum angestrebten großen Wurf in der Champions League rief Jürgen Klinsmann gleich das nächste Etappenziel des FC Bayern München aus. "Wir wollen langsam dahin, wo wir hingehören - auf Platz eins der Bundesliga", sagte der Trainer des deutschen Meisters nach dem ungefährdeten 3:0 (0:0)-Erfolg gegen Steaua Bukarest und dem vorzeitigen Einzug in das Achtelfinale. Bevor es in zwei Wochen bei Olympique Lyon um den Gruppensieg geht, soll am Samstag in Leverkusen und anschließend gegen Aufsteiger 1899 Hoffenheim die nationale Fußball-Hierarchie wiederhergestellt werden.

"Wir sind gewappnet. So ein Auftritt wie heute gibt eine breite Brust", sagte Klinsmann am Dienstagabend nach dem Winter-Spaziergang gegen den Sparringspartner aus Rumänien, warnte aber zugleich vor den beiden schärfsten Rivalen um die Herbstmeisterschaft: "Das wird kein Selbstläufer." Das bayerische Mir-san-mir-Gefühl ist wieder intakt, angeführt von der Offensivabteilung um den "rosaroten Riesen" Franck Ribéry sowie die Torschützen Miroslav Klose (57./71.) und Luca Toni (61.) glauben die Bayern wieder an frohe Weihnachten. "Die ganze Mannschaft hat sich so langsam gefunden", betonte Philipp Lahm.

"Wir kommen immer besser in Schwung", stellte Klose fest. "Die Automatismen passen", ergänzte Manager Uli Hoeneß. "Es macht Laune zu sehen, wie die Rädchen ineinandergreifen", meinte auch Klinsmann. Die Handschrift des Trainers sei "langsam" zu erkennen, urteilte Franz Beckenbauer und prophezeite: "Es wird." Vor allem die Offensive verzückt die Zuschauer, auch wenn Beckenbauer den verschwenderisch mit seinen Möglichkeiten umgehenden Weltmeister Toni rüffelte: "Wenn er fünf Tore macht, kannst du sagen, er hat seine Chancen genützt."

"Traum-Trio" im Sturm - ohne Podolski

Toni war die "kaiserliche" Schelte nach seinem Premieren-Tor in der Champions League egal. "Wir sind ein Traum-Trio", schwärmte der Italiener über das Zusammenspiel mit Sturm-Partner Klose und Ausnahmekönner Ribéry, der an allen drei Toren beteiligt war.

Beim zuschauenden Lukas Podolski (Rücken-Probleme) dürfte das Heimweh nach Köln noch größer geworden sein - für ihn ist da kein Platz. Trotzdem warnt Klinsmann energisch vor einem Verkauf des wechselwilligen Nationalspielers in der Winterpause, den Präsident Beckenbauer bei "Premiere" zu einer Preisfrage erklärte. "Wir sind sehr, sehr dünn aufgestellt mit drei Stürmern. Wir brauchen vier Stürmer, um mit Manchester, Real Madrid oder Barcelona mithalten zu können. Damit muss sich der Lukas abfinden", mahnte der Coach.

Klinsmann baut im eigenen Interesse vor. Neben US-Boy Landon Donovan, der im Winter ausgeliehen wird, müsste der Verein bei einem kurzfristigen Podolski-Transfer für einen hochkarätigen und in der Champions League spielberechtigten Ersatz sorgen. "Jetzt kommen die richtigen Kaliber auf uns zu", betonte Klinsmann und strich den möglichen Wert eines Edelreservisten wie Podolski heraus: "Da kann eine Situation entscheiden und das kann seine sein."

20 Millionen Euro aus Champions League

Die Bayern trauen sich auch international viel zu. "Warum sollen wir vor den anderen Angst haben?", fragte Klinsmann selbstbewusst in die Runde. Um aber nicht schon in der ersten K.o.-Runde ein böses Erwachen zu erleben, streben die Münchner im Vorrunden-Endspiel am 10. Dezember in Lyon den Gruppensieg an. Dafür dürfen sie nach dem 1:1 im Hinspiel nicht verlieren oder 0:0 spielen. "Wir müssen schauen, dass wir Erster werden. Dann haben wir im Achtelfinale zuerst ein Auswärtsspiel gegen einen vielleicht nicht so starken Gruppenzweiten", erläuterte Hoeneß.

Das Überwintern in der Champions League zahlt sich auch in barer Münze aus. Schon zehn Millionen Euro haben die Bayern an Prämien verdient, deutlich über 20 Millionen sind es inklusive der Gelder aus dem Marktpool. Der Bundesliga-Krösus hat damit als zweiter Club neben Manchester United die Schallmauer von 250 Millionen Euro übertroffen.

(dpa)



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