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Mallorca-Promi

„Wurstkönig“ Horst Abel ist tot

Erstellt 26.11.08, 15:36h

Der als „Wurstkönig von Mallorca“ bekannt gewordene Horst Abel ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Der aus Fulda stammelnde Metzger hatte sich seit 1970 ein Imperium auf der Baleareninsel aufgebaut; am meisten sorgte er mit seinen Plänen für Aufsehen, eine Deutschen-Partei auf Mallorca zu gründen.

El Arenal
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Blick auf den Strand von El Arenal, Mallorca. Ebenso wie für die Deutschen gehört die Insel auch zu den beliebtesten britischen Urlaubszielen. (Bild: dpa)
El Arenal
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Blick auf den Strand von El Arenal, Mallorca. Ebenso wie für die Deutschen gehört die Insel auch zu den beliebtesten britischen Urlaubszielen. (Bild: dpa)
PALMA DE MALLORCA/MADRID - Ein Urlaub auf Mallorca hatte Horst Abel auf den Geschmack gebracht. Der Fleischermeister aus Fulda übersiedelte auf die spanische Ferieninsel und erwarb am Strand von Palma eine Imbissbude. Dies war im Jahr 1970. Der Imbiss bildete den Grundstein zu einem Firmenimperium, zu dem später eine Fleischfabrik und mehrere Gastronomie-Betriebe gehören sollten. Abel wurde als "Wurstkönig von Mallorca" bekannt. Wie die Zeitung "Diario de Mallorca" am Mittwoch berichtete, starb der Firmengründer am Montag im Alter von 69 Jahren nach einer längeren Krankheit.

Für Schlagzeilen hatte Abel nicht so sehr mit seinen Erfolgen als Unternehmer gesorgt, sondern mit einem Abstecher in die Politik. Vor elf Jahren wollte er auf Mallorca eine deutsche Partei, "Amigos Alemanes de España" gründen, die erste Ausländerpartei in ganz Spanien. Den Entschluss hatte er gefasst unter dem Eindruck des Dreifachmordes Ende 1997 am "Bierkönig" Manfred Meisel, an dessen Sohn und einer Angestellten. "Ich war derjenige, der Meisel nach Mallorca geholt hatte", sagte Abel damals.

Deutschen-Partei: Geballter mallorquinischer Zorn

Die von ihm geplante Partei sollte dafür eintreten, dass nach Mallorca übersiedelnde Ausländer strenger kontrolliert werden. "Wir haben den Eindruck, dass die Justiz bei Delikten unter Deutschen weniger entschlossen vorgeht als bei Delikten unter Spaniern", sagte Abel. Die "Bierkönig"-Morde wurden bis heute nicht aufgeklärt.

Mit seinem Partei-Vorhaben fand der "Wurstkönig" bei den Mallorquinern jedoch kein Verständnis. "Zuerst kaufen die Deutschen uns die Landhäuser und Grundstücke weg, treiben die Preise hoch, und nun wollen sie sich auch noch in unsere Politik einmischen", lautete der Tenor der Proteste gegen das Projekt. Abel erhielt nach eigenen Angaben sogar Morddrohungen, er gab sein Vorhaben auf, "flüchtete" nach Deutschland, kehrte aber wenig später nach Mallorca zurück.

Sein Erfolg als Unternehmer beruhte vor allem auf der Idee, selbst gemachte Würste an deutsche Mallorca-Urlauber zu verkaufen, die sich mit dem Geschmack von Krabben oder Tintenfisch nicht anfreunden konnten. Abels Wurstfabrik belieferte nicht nur die eigenen Bistros und Schnellrestaurants, sondern auch Hotels, Fleischgeschäfte und Großhändler. Ende der 80er Jahre ging der "Wurstkönig" unter die Bierbrauer. Er kaufte eine Diskothek und machte daraus die erste Brauereigaststätte Mallorcas.

(dpa)



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