Erstellt 26.11.08, 15:36h
Für Schlagzeilen hatte Abel nicht so sehr mit seinen Erfolgen als Unternehmer gesorgt, sondern mit einem Abstecher in die Politik. Vor elf Jahren wollte er auf Mallorca eine deutsche Partei, "Amigos Alemanes de España" gründen, die erste Ausländerpartei in ganz Spanien. Den Entschluss hatte er gefasst unter dem Eindruck des Dreifachmordes Ende 1997 am "Bierkönig" Manfred Meisel, an dessen Sohn und einer Angestellten. "Ich war derjenige, der Meisel nach Mallorca geholt hatte", sagte Abel damals.
Deutschen-Partei: Geballter mallorquinischer Zorn
Die von ihm geplante Partei sollte dafür eintreten, dass nach Mallorca übersiedelnde Ausländer strenger kontrolliert werden. "Wir haben den Eindruck, dass die Justiz bei Delikten unter Deutschen weniger entschlossen vorgeht als bei Delikten unter Spaniern", sagte Abel. Die "Bierkönig"-Morde wurden bis heute nicht aufgeklärt.
Mit seinem Partei-Vorhaben fand der "Wurstkönig" bei den Mallorquinern jedoch kein Verständnis. "Zuerst kaufen die Deutschen uns die Landhäuser und Grundstücke weg, treiben die Preise hoch, und nun wollen sie sich auch noch in unsere Politik einmischen", lautete der Tenor der Proteste gegen das Projekt. Abel erhielt nach eigenen Angaben sogar Morddrohungen, er gab sein Vorhaben auf, "flüchtete" nach Deutschland, kehrte aber wenig später nach Mallorca zurück.
Sein Erfolg als Unternehmer beruhte vor allem auf der Idee, selbst gemachte Würste an deutsche Mallorca-Urlauber zu verkaufen, die sich mit dem Geschmack von Krabben oder Tintenfisch nicht anfreunden konnten. Abels Wurstfabrik belieferte nicht nur die eigenen Bistros und Schnellrestaurants, sondern auch Hotels, Fleischgeschäfte und Großhändler. Ende der 80er Jahre ging der "Wurstkönig" unter die Bierbrauer. Er kaufte eine Diskothek und machte daraus die erste Brauereigaststätte Mallorcas.
(dpa)
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