Von Martina Windrath, 02.12.08, 00:14h, aktualisiert 02.12.08, 00:21h
Zettelkästen haben ausgedient
Vorbei ist die Ära der langwierigen Büchersuche in Zettelkästen und der Fußnoten-Feinarbeit per Schreibmaschine. Der Campus ist online. Mit Systemen wie Klips, Virtus, Ilias & Co sollen Verwaltungsabläufe vereinfacht, mehr Service geboten werden. Die Möglichkeiten wachsen.
„Wir bauen deutlich unsere Online-Angebote und E-learning-Plattformen als ergänzendes Angebot aus“, so Uni-Professor Holger Burckhart. „Die IT-Ausstattung wird aufgerüstet, das elektronische Lehrveranstaltungsmanagement erweitert. Die elektronische Erfassung von Büchern wurde abgeschlossen. Außerdem sind die Evaluationswerkzeuge fertig, bald soll die Studentenbefragung zu Lehrbedingungen im Netz starten“, zählt der Prorektor für Lehre und Studienreform auf. Einen großen Schritt nach vorn werde die Uni auch mit dem Bau des neuen Hörsaalgebäudes samt PC-Plätzen machen. Die Finanzierung (rund 9,4 Millionen Euro) gesichert, die Baugenehmigungsphase läuft. „Wir hoffen, dass in wenigen Wochen die Bagger anrücken.“
Von Studiengebühren wurde ein großer Teil in die Verbesserung der Infrastruktur gesteckt, etwa PCs für die Bibliothek angeschafft. Erstes Etappenziel uniweit: 2500. E-learning-Plattformen wie „Ilias" (seit 2004) werden je nach Dozent und Student unterschiedlich genutzt - die einen stellen Tests ins interne Netz oder Vorlesungsmitschriften, andere (noch) nicht. Die Umstellung auf das nur mit Zugangsberechtigung zu nutzende e-Veranstaltungsverzeichnis und -management „Klips“ ist weit fortgeschritten. Kritik von Studenten gab es bei der software-unterstützten Verteilung von Seminarplätzen - besonders problematisch für angehende Pädagogen. Der Uni-Asta hält es „für nicht sehr anwenderfreundlich“. Die Wahlmöglichkeit für Seminarplätze sei eingeschränkt. „Es ist eine nur halbwegs gerechte Verteilung der gewünschten, aber zu wenigen Plätze“, kritisiert Arne Freisfeld. Um Anwendungsproblemen besser zu begegnen, wurde ein Supportbüro eingerichtet, Beratungen angeboten.
Ein gewisser EDV-Einsatz bei Organisation und Verwaltung an Hochschulen hat Sinn, meint auch der Studentenvertreter, wobei das an der Massenuni besonders schwierig zu organisieren sei. „Dabei muss der Datenschutz gut eingebunden sein.“ „Ilias“ biete zwar einige Möglichkeiten, schließe aber die Studenten ohne privaten Webzugang aus, so Freisfeld. „Es gibt noch zu wenige Rechnerplätze.“ Außerdem müsse man aufpassen, dass die E-Kommunikation „nicht auf Kosten des persönlichen Dialogs geht und die Dozenten noch Zeit für einen haben“.
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