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Pleite

Möbelhaus Pesch meldet Insolvenz an

Von Susanne Happe, 04.12.08, 21:19h

Das renommierte Einrichtungshaus Pesch hat beim Amtsgericht Köln Insolvenz angemeldet. 30 von 120 Stellen müssen gestrichen werden. Der Betrieb soll weitergeführt werden.

Das sagte Carsten Höck, Geschäftsführer und alleiniger Inhaber des Unternehmens seit dem 15. November. Pesch, seit 104 Jahren in Köln ansässig, habe die zweieinhalbfache Personalausstattung vergleichbarer Unternehmen. Die Firma sei zahlungsunfähig, sagte Höck. Er zeigte sich aber überzeugt, dass der Betrieb „definitiv“ weitergeführt wird. Die Anzahlungen der Kunden seien sicher.

Pesch, das über Jahrzehnte den deutschen Markt angeführt habe, habe „deutlich Federn gelassen, auch die Innovationskraft hatte nachgelassen. In den letzten zehn Jahren sind entscheidende Maßnahmen nicht ergriffen worden“, obgleich die in einem Gutachten dokumentiert worden seien. Jetzt werde man das Konzept ändern. Pesch habe nicht die Aufgabe, Ausstellungsfläche für edle Möbel zu sein. Höck: „Um Impulse zu geben, war unsere Ausstellung zuletzt eher weniger geeignet.“

Er hatte die Mitarbeiter des Hauses mit Hauptsitz am Kaiser-Wilhelm-Ring bereits vor einigen Tagen über diesen Schritt informiert. Der Kölner Rechtsanwalt Andreas Amelung wurde als Insolvenzverwalter eingesetzt. Amelung denke nicht an eine Zerschlagung der Firma, sondern unter anderem auch an eine Verkleinerung der Verkaufsflächen, so Höck. Im Haupthaus sind das etwa 5600 Quadratmeter, bei „COR + interlübke by pesch“ über 800 Quadratmeter und im „Conde House by pesch“ über 200 Quadratmeter. Pesch ist außerdem im Stilwerk in Düsseldorf vertreten, der Vertrag wurde 2006 für weitere fünf Jahre verlängert. Das Unternehmen gehört der Pesch Holding. Dieter Pesch, langjähriger geschäftsführender Gesellschafter, schied im November 2007 aus dem operativen Geschäft aus und wechselte in den Beirat der Firma. Pesch ist seit jeher Trendsetter für Wohnkultur, war bereits in den 50ern Treffpunkt der Branche. Im Wohnmöbelprogramm führt das Haus alle internationalen und nationalen Hersteller im Premiumsegment, außerdem Einzelstücke von herausragenden Designern. Mittlerweile wurden die Standorte an den Ringen von fünf auf drei reduziert. Mitte Mai dieses Jahres schloss der „pesch wohnshop“ am Hansaring.



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