Von HANNA STYRIE, 10.12.08, 07:15h
Futuristisch und bedrohlich wirkt diese Maschinerie aus vielen seltsamen Einzelteilen, die wie auf einem dreistöckigen Fließband aufgereiht und nicht immer klar zu identifizieren sind. Am Ende steht eine Wanne mit einem halbfertigen Wesen, das offenbar auf seine Erweckung wartet.
Zöllners künstlerische Verarbeitung einer bedrohlichen Utopie erntete bei der Eröffnung skeptische Blicke von Passanten, die die Arbeit zunächst aus gebührendem Abstand betrachteten. Wir wollen die Kunst zu den Menschen bringen, erklärte Initiatorin Gabriele Vorbrodt, die ihre Aktivitäten nach der Schließung ihrer Galerie in den öffentlichen Raum verlegt hat. Mit dem Kölner Stefan Zöllner hat sie für ihr Debüt einen Künstler gewinnen können, der sich hier auf kritische Weise mit der Verselbstständigung technischer Errungenschaften auseinandersetzt.
The Changeling" hat er die Arbeit betitelt, was übersetzt soviel wie Wechselbalg" bedeutet. Darunter versteht man einen untergeschobenen Säugling, der in der Mythologie oft von einem Naturgeist stammt und in der Regel mit einem unsympathischen Wesen ausgestattet ist. Zöllners Installation setzt sich bis unter das Glasdach des Einkaufszentrums fort, wo eigenartige Maschinenwesen und Flugobjekte kreisen.
The Changeling" ist aber nicht nur das bewusst provozierende Gegenbild zu einem weihnachtlichen Krippenidyll. Mit der Ansammlung von Abfällen und Fundstücken aller Art nimmt der Künstler Stefan Zöllner, der sich selbst als Gegenwartsfanatiker bezeichnet, in einem Kauftempel auch die Auswüchse der Konsumgesellschaft aufs Korn.
Die Installation The Changeling" im Gastronomiebereich der Giesler-Galerie ist bis zum 31. Dezember 2008 täglich von 8 bis 20 Uhr zu sehen.
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