Von Olaf Weiden, 14.12.08, 19:53h, aktualisiert 14.12.08, 19:55h
Naturhörner und Trompeten gehören dank des schlankeren Tons zu möglichen Varianten, wobei Bychkovs Klangvorstellung keine historischen Vorbilder sucht. Sein Mozart klingt mit diesem Orchester immer sinfonisch und gut abgemischt, die sehr gute Soloklarinette im Trio durfte sich in blumige Verzierungen versteigen, das klang alles frisch gewagt und doch kompakt.
Rachmaninows Rhapsodie a-moll für Klavier und Orchester rief den Russen Kirill Gerstein auf das Parkett, und der ließ den Flügel ganz schön klingeln. Mit einem Glockenspiel verlängerte Rachmaninow noch die Klangskala nach oben, überhaupt war dichte Kommunikation mit dem Orchester gefragt. Die seelenvollen Klangwogen der Streicher unterfütterten die Hörner oftmals zu unwiderstehlicher Süße. Im Finale donnerten die Fäuste des überlegenen Pianisten, und es flogen die Finger, um dann in einer ganz banalen melodischen Schlusswendung den Zuhörern ein Lächeln aufzuzaubern, musikalisch geflüstert: Das war doch nur ein kleiner Scherz. Gerstein lenkt dazu den richtigen Blick ins Publikum.
Gestochen scharf kamen die Einsätze schon bei Mozart nicht immer, auch bei Schumann wackelte manches ungewohnt. In seiner Zweiten Sinfonie wirkte das Spiel zwischen den getrennt sitzenden 1. und 2. Geigen imposant. Bychkov gestaltete die Tempi sehr frei, Klasse besaßen die zahllosen Sforzati, ein Blühen und Vergehen auf engstem Raum. Irgendwann werden wir dies im TV bewundern können.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln