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Namensaufwertung?

Den Rhein privat erwähnen

Von Cordula Orphal, 18.12.08, 21:30h

Die Stadt könnte in einer Reihe stehen mit Frankfurt (am Main oder an der Oder), Rotenburg (ob der Tauber) oder Monheim (am Rhein). Doch nun wird es nichts mit dem Plan, den Namen Niederkassel mit dem Zusatz „am Rhein“ aufzuwerten.

Niederkassel - Die Stadt könnte in einer Reihe stehen mit Frankfurt (am Main oder an der Oder), Rotenburg (ob der Tauber) oder Monheim (am Rhein). Doch nun wird es nichts mit dem Plan, den Namen Niederkassel mit dem Zusatz „am Rhein“ aufzuwerten. Ein Antrag der SPD wurde jetzt im Stadtrat mehrheitlich abgelehnt. Nach dem politischen Hickhack schlug Bürgermeister Walter Esser „um des Weihnachtsfriedens willens“ einen Kompromiss vor: Jeder könne die exponierte Lage an Deutschlands bekanntestem Fluss publik machen, indem er privat stets von „Niederkassel am Rhein“ schriebe.

„Die Umbenennung löst keines unserer Probleme“, sagte Harald Burger (FDP), der sich ein Werbekonzept wünscht, um die Stadt auch über die Kreisgrenzen hinaus bekannt zu machen. An dem guten Ruf Niederkassels weiter zu arbeiten, sei durchaus sinnvoll, räumte Esser (CDU) ein. Die SPD habe einen Prozess angestoßen, an dessen Ende vielleicht ein neuer Name stehen könne.

Und der CDU-Fraktionsvorsitzende Marcus Kitz, der zunächst von einem „Aprilscherz oder Karnevalsgag“ sprach, nannte den Vorschlag bedenkenswert. Allein die Begründung des Antrags sei „schludrig“: Die SPD habe auf die Verwechslungsgefahr mit Düsseldorf-Niederkassel hingewiesen, das aber liege ebenfalls am Rhein. Denkbar seien als „Alleinstellungsmerkmale“ nur die Ergänzungen „An Sieg und Rhein“ oder „rechtsrheinisch“, beides zu lang und nicht griffig genug. Zu bedenken wären auch die Kosten für neue Schilder und für Briefbögen, auch von Privatleuten und Firmen.

Kitz kritisierte ferner das Vorgehen der SPD: Er finde es befremdlich, von einem solch wichtigen Antrag über die Medien zu erfahren. Besser wäre es gewesen, das Thema vorab zwischen den Fraktionen zu besprechen, zumal für eine Umbenennung eine 75-prozentige Zustimmung des Stadtrates nötig sei und außerdem die Genehmigung des Innenministers. „Wenn Sie beleidigt sind und den Antrag deshalb ablehnen, dann ist das ja eine tolle Politik“, karrte SPD-Fraktionschef Frieder Reusch zurück. Er hatte beantragt, das Thema nicht in Bausch und Bogen nieder zu machen, sondern es in den Hauptausschuss zu verweisen, um es sachlich und mit Fachleuten zu diskutieren. Ein Marketing-Experte sei „ganz begeistert“ gewesen, so Reusch, und es wäre gut, auch andere dazu zu befragen.

Der Antrag wurde mit 22 zu 17 Stimmen abgelehnt. Übrigens: Die Bezeichnung „Niederkassel am Rhein“ gibt es bereits offiziell - auf der Homepage der Stadt im Internet.



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