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Schäferhunde verenden

Feuer zerstört ein Lebenswerk

Von MARKUS MICHALAK, 29.12.08, 07:09h, aktualisiert 29.12.08, 09:54h

Tierheimleiter Rainer Gaertner verliert die Arbeit von zwölf Jahren, drei Schäferhunde und sein Obdach im Feuer. Die Kriminalpolizei fahndet noch nach der Brandursache.

Tierheimleiter Rainer Gaertner verliert die Arbeit von zwölf Jahren, drei Schäferhunde und sein Obdach im Feuer. Die Kriminalpolizei fahndet noch nach der Brandursache.

WIEHL. Als Rainer Gaertner am Samstag gegen 19 Uhr seinen Arbeitstag im Tierheim Koppelweide beendet hat, und sein Haus in Mühlhausen erreicht, ist ihm sofort klar: „Ich habe alles verloren!“ Rauch und Flammen lodern aus den Fenstern der ehemaligen Grundschule (Baujahr 1898). Gaertner schreit um Hilfe.

Die ist schon wenige Minuten später vor Ort, doch Einsatzleiter Guido Schulz findet keine optimalen Bedingungen vor: „Die extrem niedrigen Außentemperaturen, dazu ein Baustellen-Hindernis und die engen Zuwege zum eingezäunten Gebäude - das alles hat uns Zeit gekostet.“

Auch die Deckenkonstruktion des Hauses, abgehängte Holzverkleidungen - die Zwischenräume gefüllt mit Lehm - erschwert den Einsatz: „Da können sich Brandnester verbergen, wir haben das mit Wärmebildkameras beobachtet.“ Trotz der widrigen Umstände bekommen die fünf Löscheinheiten den Brand rasch unter Kontrolle. Noch bis halb vier Uhr bleibt eine Brandwache vor Ort, dann ist das Feuer endgültig besiegt.

DRK und THW unterstützen die 85 Wehrleute, ein Notfallseelsorger spendet dem verzweifelten Hausbesitzer Trost.

Zorro, Joey und Jimmy, drei Schäferhundrüden, die mit Gaertner im Haus lebten, verenden an Rauchgasvergiftung. „Das ist das Allerschlimmste. Die drei waren für mich wie Kinder.“ Eine eigene Familie hat der Tierschützer nicht.

Die Schadensbilanz: Eine Hälfte des Hauses ist komplett zerstört, die mächtige Schultreppe eingestürzt. Fotoausrüstung, Inventar und viele Bilder des professionellen Fotografen sind nicht mehr zu retten. Der finanzielle Schaden wird auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt.

„Durch die Hitze kam es zu einem Wasserrohrbruch, der zusätzlich Schaden angerichtet hat. Da ist ein Lebenswerk zerstört worden“, resümiert Stadtbrandmeister Schulz.

Zwölf Jahre lang hatte Gaertner sein Schulgebäude liebevoll saniert, nun kann er von vorn anfangen: Das Haus kann derzeit nicht betreten werden. Wegen Einsturzgefahr, aber auch weil die Kripo noch nach der Brandursache fahndet. Der Hausbesitzer übernachtet in der Garage. „Ich kann hier doch nicht weg.“ Eine Erklärung für das Feuer hat er nicht. Fest steht nur: Der Brand brach im Flur aus.



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