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„Chupacabras“ haben die Samba im Blut

Von THOMAS SCHUBERT, 29.12.08, 07:15h

War es Reggea? Latin? Oder Hip Hop? Fakt ist: Es war überaus tanzbar. Und nachdem sich Publikum und Artisten in den ersten Stunden des Weihnachtskonzerts noch schwer miteinander...

BERGHEIM. War es Reggea? Latin? Oder Hip Hop? Fakt ist: Es war überaus tanzbar. Und nachdem sich Publikum und Artisten in den ersten Stunden des Weihnachtskonzerts noch schwer miteinander getan hatten, brachen die „Chupacabras“ das Eis.

Jedermanns Sache wird der gewagte Musikmix der Kölner Gruppierung nicht gewesen sein. Aber wer sich nicht zu sehr auf die traditionelle Rock-Linie versteifte, fand in den mediterran angehauchten Songs die richtigen Vorlage, um den ganzen Körper schwingen zu lassen - und nicht nur die Haare vor dem Gesicht.

Für Charly und Sabrina - offensichtlich in Latein-Tanztechniken bewandert - erwiesen sich die rassigen Sambarhythmen in jedem Fall als Glücksfall. So scheute Rapper Miguel Igler nach kurzer Betrachtung auch nicht davor zurück, die beiden spontan zu offiziellen Cheerleadern zu ernennen.

Für ihre vorbildliche Leistung hätte Charly auch gerne ein Fan-T-Shirt eingeheimst, doch das warf Igler einem anderen in die Arme. „Ich habe extra laut geschrien“, beklagte sich die derart geschmähte Dame.

Local Heroes

machten

den Anfang

Lärm machte sie dann aber genau wie die übrigen Gäste noch einmal, als die Chupacabras (zu Deutsch „Ziegenlutscher“) mit ihnen den Schlachtruf „Buja“ einübten. „Jeder hat einen Grund um, Lärm zu machen“, versicherte Miguel Igler. Als die experimentierfreudige Truppe schließlich noch für eine Zugabe zurückgebeten wurde, ließ sie das Medio so toben, wie es an diesem Abend weder zuvor, noch danach zu beobachten war. „Solche Musik passt total zu diesem Konzert“, befand Rock-Fan Ralf Baltruscheid nach ihrem endgültigen Abgang.

Den Anfang hatten die diesjährigen Local Heroes „Huntershreds“ gemacht und dabei dem stetig wachsenden Publikum eigentlich gute Gründe geliefert, sich nicht nur im hinteren Teil des Saales herum zu drücken. Doch auch die wesentlich bekanntere Experimental-Popband „Zweipol“ hatte vor einem recht verwaisten Bühnenrand ihre liebe Mühe. Deren emotionalen und anrührenden Singer-Songwriter-Produktionen erinnerten noch am ehesten an weihnachtliche Besinnlichkeit. Ob dies auch in Zukunft so sein wird, ist aber fraglich. Denn Sänger Peter Saurbier nutzte den Auftritt, um eine Verwandlung anzukündigen, die auch vor dem Namen der Gruppe nicht haltmachen wird. „Falls ihr uns mögt, vergesst es - wir verändern uns“, rief er. „Und falls ihr uns nicht mögt, habt ihr Grund zur Freude.“

Am Abgesang auf den bisherigen Stil beteiligten sich die Besucher dann auch kräftig. Den Refrain von „Siehst du das Meer“ sangen sie aus vollem Halse mit.

Ausstellung zeigte

Bilder vergangener

Konzerte

Um die mutige musikalische Mischung abzurunden, hatten die Veranstalter von der Kulturwerkstatt und der BM-Cultura schließlich „Shady Blue“ gebucht. Nach „Zweipol“ und den „Chupacabras“ war es fast schon etwas merkwürdig, wieder zu etwas traditionellerem Liedgut zurückzukehren. Es setzte funkigen Soul, den die Coverband Legenden wie James Brown oder Ray Charles entliehen und eigenwillig in Szene gesetzt hatte.

Immer mit seinem Arbeitsgerät am Bühnenrand präsent: der Fotograf Dirk Wannemacher. Auf der Festplatte wollte „Wanni“ die Bilder vergangener Weihnachtskonzerte nicht mehr vergammeln lassen. Und so hingen einige ausgesuchte Werke an den Wänden aus - nicht weit von den farbenfrohen Gemälden entfernt, welche die jungen Schülerinnen und Schüler der Künstlerin Sonja Bergrath zu den Titeln der „Chupacabras“ gestaltet hatten.

Unerwähnt bleiben dürfen auch nicht Hans-Georg Rhese und seine Band „Soulful of Blues“. Immer wenn es eine Umbaupause zu überbrücken galt, schaffte es die Gruppe, das Publikum bei Laune zu halten. Und wer nach dem Konzert Lust bekommen hat, selbst einmal hinter der Bühne mitzuwirken, kann sich bei den Machern der Kulturwerkstatt melden. Verstärkung wird dringend gesucht.

 www.kulturwerkstatt.org



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