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Leitartikel - Fall Mannichl

Offene Fragen

Von Ralf Müller, 29.12.08, 20:58h

Man kennt das aus Krimis: Irgendwann muss der Kommissar bei seinem Chef antreten und sich fragen lassen, warum er in der Sache nicht weiterkomme. So etwas Ähnliches könnte sich dieser Tage auch im Fall des Passauer Polizeichefs Alois Mannichl zutragen.

Gestern jedenfalls wurde im bayerischen Innenministerium beraten, wie mit der bisher erfolglosen Passauer Sonderkommission weiter verfahren werden soll. Die aus immerhin 50 Polizeibeamten bestehende „Soko“ solle aufgelöst werden, hatten Medien berichtet. Das wird wohl nicht passieren, aber Spezialisten des LKA werden sich wohl intensiver um die Aufklärung des Attentats kümmern. Denn der Druck auf die Ermittler ist erheblich und nimmt von Tag zu Tag zu.

Schon machen Gerüchte die Runde. Wie etwa jenes, wonach die Straftat keinen rechtsextremen Hintergrund habe, sondern dem privaten Bereich des Opfers zuzurechnen sei. Genährt werden die Gerüchte von der Tatsache, dass es sich bei der Tatwaffe um ein Küchenmesser aus Mannichls Haushalt handelt. Immerhin hieß es von Polizei und Staatsanwaltschaft zuletzt, man ermittele „in alle Richtungen“.

Man wundert sich: Da sticht glatzköpfiger und markant tätowierter Mann einen hohen Polizeibeamten an dessen Haustür nieder, wobei das Opfer eine recht genaue Beschreibung abgeben kann. Und trotz einer Vielzahl von Hinweisen aus der Bevölkerung, einem möglicherweise eingrenzbaren (rechtsextremen) Umfeld und einer üppig ausgestatteten Sonderkommission laufen der Täter und seine möglichen Komplizen noch immer frei herum.

In US-Krimis würden jetzt die Jungs vom FBI auftauchen und den Fall übernehmen. In Bayern sind das eher die Spezialisten vom Landeskriminalamt. Und es kann wohl nichts schaden, den Druck etwas von der Passauer Polizei zu nehmen, der - so ist aus Fachkreisen zu hören - bei den Ermittlungen durchaus der eine oder andere handwerkliche Schnitzer unterlaufen sein soll.



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