Von Manfred Reinnarth, 30.12.08, 20:27h
Etwa 20 Prozent der Ertappten hätten noch nachträglich einen gültigen Fahrschein vorgelegt oder aber einen guten Grund angegeben. „Zum Beispiel, dass der Fahrscheinautomat defekt war. Bleiben aber 90 000 erwischte Schwarzfahrer in diesem Jahr“, sagte Meyer. Jeder von ihnen habe 40 Euro bezahlen müssen.
Wären 60 Euro nicht wirkungsvoller? „Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat diese Frage aufgeworfen, nicht wir“, betont Meyer. „Bei uns gibt es keine Bestrebungen, ein höheres Bußgeld zu erheben, oder noch öfter zu kontrollieren.“
Allerdings, so Meyer, sei der Schaden durch Schwarzfahrer hoch. „Wir gehen davon aus, dass sechs Prozent unserer errechneten 252 Millionen Fahrgäste ohne Ticket unterwegs sind. Dann würde der Schaden bei einem durchschnittlichen Ticketpreis von 90 Cent 13,5 Millionen Euro betragen“, rechnete Meyer vor.
Solche Hochrechnungen beruhen auch auf den Erfahrungen großer Kontrollen, bei denen alle Fahrgäste den Fahrausweis zeigen müssen. „Obwohl Tag und Nacht rund 120 Kontrolleure unterwegs sind und jederzeit auf all unseren Linien mit einer Kontrolle zu rechnen ist, wird aber nur ein Bruchteil der 15 Millionen Schwarzfahrer ertappt.“
„Viele Schwarzfahrer fühlen sich bei einer Kontrolle gar nicht mehr ertappt, sondern zahlen einfach ohne Unrechtsbewusstsein die 40 Euro“, erläuterte die VDV-HauptGeschäftsführerin Claudia Langowsky ihren Vorstoß. Seit der Umstellung von Mark auf Euro ist das Bußgeld zuletzt 2003 von 30 auf 40 Euro angehoben worden.
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