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Daten-Affäre

Telekom-Schnüffler in U-Haft

Erstellt 17.12.08, 16:35h

Der ehemalige Sicherheitschef der Telekom ist verhaftet worden. Er soll eine Schlüsselrolle im Skandal um vom Unternehmen abgeglichene Verbindungsdaten spielen. Rund 60 Personen waren betroffen. Auch wegen Untreue und Unterschlagung wird gegen die Ex-Führungskraft ermittelt.

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In der Spitzelaffäre der Telekom gab es eine Festnahme. (Bild: dpa)
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In der Spitzelaffäre der Telekom gab es eine Festnahme. (Bild: dpa)
BONN/MÜNCHEN - In der Telekom-Spitzelaffäre ist ein erster Hauptverdächtiger verhaftet worden. Seit vergangenem Donnerstag sitze der Mann, der die Bespitzelung von Aufsichtsräten und Journalisten organisiert haben soll, in Untersuchungshaft, sagte der Bonner Oberstaatsanwalt Fred Apostel am Mittwoch. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag) handelt es sich um den früheren Sicherheitschef der Telekom. Bei der Affäre geht es um den Abgleich von Verbindungsdaten, um Kontakte zwischen Telekom-Mitarbeitern und Medienvertretern auszuspähen. Insgesamt wird gegen acht Personen ermittelt.

"Wir haben im Rahmen der Ermittlungen festgestellt, das sich die Vorwürfe nicht nur auf diesen Datenkomplex beziehen, sondern auch auf Untreuehandlungen", sagte Apostel. Die Vorwürfe seien nach Auffassung seiner Behörde gravierend. Da zudem Anhaltspunkte bestanden hätten, dass sich der Mann habe entziehen wollen, hätten die Ermittler ihn in Haft nehmen lassen. Zu Einzelheiten wollte Apostel sich nicht äußern.

Verdacht auf Unterschlagung

Laut Zeitungsbericht wird dem ehemaligen Chef der Sicherheit vorgeworfen, für sittenwidrige Geschäfte die Auszahlung eines hohen sechsstelligen Betrages veranlasst zu haben. Das Geld soll ohne nennenswerte Gegenleistung gezahlt worden sein. Außerdem gebe es Hinweise, dass er möglicherweise einen fünfstelligen Betrag unterschlagen haben könnte. Der Beamte habe 40 Jahre für die Post und später für die Telekom gearbeitet.

Die Telekom hatte 2005 und 2006 Verbindungsdaten überprüfen lassen, um undichte Stellen im Konzern über die Weitergabe von vertraulichen Informationen zu schließen. Jüngsten Angaben zufolge waren rund 60 Menschen betroffen. Der Zeitung zufolge gehen die Ermittler auch dem Verdacht nach, dass der frühere Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke und der ehemalige Telekom-Aufsichtsrat Klaus Zumwinkel den jetzt festgenommenen Fernmeldeoberrat zur Bespitzelung der Aufsichtsräte und Journalisten aufgefordert haben.

(dpa)



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