Von Uta Kristina Maul, 05.01.09, 21:08h
Wie der Diplom-Verwaltungswirt und seine drei Mitgesellschafter Birgit Rudolf, Ingrid Aberfeld und Ute Disch in diese Situation gerieten, erklärt Gatzweiler so: Von der NRW-Bank habe es eine mündliche Zusage für einen günstigen Existenzgründungskredit gegeben. Doch drei Wochen vor Eröffnung des „Imperial“ (am 1. Mai 2008, das „Habsburg“ am 1. September) habe er im Frühjahr 2008 erfahren, dass es doch keinen Kredit gebe; aus Berlin sei in diesem Sinne „Druck gemacht worden“. Das sei ihm, Gatzweiler, über seine damalige Bonner Hausbank, deren Namen er nicht nennen will, mitgeteilt worden. Der „Neu-Gastronom“ erbost: „Wenn ich herausbekomme, wer das war in Berlin, erstatte ich sofort Strafanzeige - wegen Machtmissbrauchs und wegen Verletzung des Bankgeheimnisses.“
Die Düsseldorfer NRW-Bank mochte den Ablauf so nicht bestätigen. „Wir geben grundsätzlich keine mündlichen Zusagen“, sagte Pressesprecherin Caroline Fischer auf Anfrage der Rundschau. Im Übrigen sei nie ein Antrag auf einen Kredit eingegangen, folglich habe es seitens der NRW-Bank weder eine Zu- noch eine Absage gegeben. Die Kreditvergabe verläuft nach Angaben Fischers so, dass der Kunde zunächst einen Antrag bei seiner Hausbank stelle. Diese prüfe dann die Bonität des Kunden beziehungsweise, ob er kreditwürdig sei, und leite die Angelegenheit dann an die NRW-Bank weiter. Ansprechpartner für den Kunden sei also seine Hausbank, die ihrerseits mit der NRW-Bank Kontakt aufnehme.
Gatzweiler jedenfalls sieht in der Kreditabsage einen Zusammenhang mit der Finanzaffäre um die Bundeskunsthalle, in deren Folge er entlassen wurde. Wie mehrfach berichtet, wirft der Bund Gatzweiler vor, die Kunsthalle habe unter seiner Führung rund sechs Millionen Euro Schulden bei der Planung und Durchführung der Open-Air-Konzerte angehäuft, während Gatzweiler selbst auf Wirtschaftsprüfer verweist, die ihm korrektes Finanzgebaren bescheinigt hätten.
Als die Kreditabsage kam, hätten er und seine Mitgesellschafter beschlossen, die Finanzierung der Kaffeehäuser selbst zu stemmen. Gatzweiler: „Das war gut eine Million Euro.“ Die Zeit seit der Eröffnung der Cafés bis heute habe jedoch nicht gereicht, um Rücklagen zu bilden. „Da haben wir uns entschlossen, Insolvenz anzumelden. Schließlich haben wir eine Verantwortung für unsere Mitarbeiter. Wir sind optimistisch, dass wir einen guten Weg gehen.“ In der Tat ist vor allem das „Imperial“ in der Bonner Innenstadt (drinnen und draußen gut 200 Plätze, das „Habsburg“ hat 120) sehr gut besucht.
Auskommen müssen die beiden Kaffeehäuser vorerst aber ohne ihren Chef. Er will ab Donnerstag die Folgen eines Zeckenbisses in einer Bad Honnefer Spezialklinik auskurieren.
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