Von BERND ZIMMERMANN und PAUL DÜSTER, 10.01.09, 07:06h
Auch gestern dauerten die Ermittlungen der Polizei an. Allerdings wurde der Anfangstatverdacht für ein versuchtes Tötungsdelikt von den Beamten der zwischenzeitlich eingeschalteten Bonner Mordkommission nicht erhärtet. Gestern Mittag stufte die Mordkommission den Vorfall zur gefährlichen Körperverletzung durch Schusswaffengebrauch ab, so dass die Ermittlungen nun durch die Euskirchener Polizei weiterbearbeitet werden.
Wie berichtet, hatte es am Donnerstagnachmittag gegen 16.20 Uhr auf der Bischofstraße eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen gegeben, in deren Verlauf plötzlich ein Schuss fiel und ein Mann verletzt wurde.
Dabei soll es sich nach Polizeiaussagen um einen 26-jährigen Euskirchener libanesischer Herkunft handeln, der durch ein Projektil einer Kleinkaliberwaffe getroffen wurde. Die Patronenhülse aus der Faustfeuerwaffe lag auf dem Asphalt, als Polizeibeamte den Tatort weiträumig absperrten und Feuerwehrkräfte den Bereich mit starken Scheinwerfern ausleuchteten.
Bis weit nach Mitternacht sicherten Experten der Bonner Mordkommission Spuren am Tatort und befragten Beteiligte sowie unmittelbare und mittelbare Zeugen der Auseinandersetzung. Den Streit hatten Anwohner der Bischofstraße mitbekommen, als sich plötzlich Menschen auf der Straße lautstarke Wortgefechte lieferten und wenig später Frauen entsetzt aufschrien.
Auch gestern waren Ermittler der Bonner und der Euskirchener Polizei noch im Bereich östlich der Hochstraße unterwegs und befragten Anwohner. Doch die Hintergründe des Streits zwischen einer Gruppe in Euskirchen wohnender Kurden und den deutschen Staatsangehörigen, die zum Teil aus dem Libanon stammen sollen, konnte nicht geklärt werden. Wir wissen nicht, worum es bei dem Streit ging, sagte gestern der Bonner Staatsanwalt Jörg Schindler.
Es gebe einen Anfangsverdacht gegen einen der Beteiligten. Doch noch sei nicht ermittelt, ob der Mann tatsächlich geschossen habe. Noch habe es keine Festnahme gegeben, die Verdachtsmomente seien noch nicht erhärtet.
Welche Tatwaffe eingesetzt worden war, wollte Schindler mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht preisgeben. Er lehnte auch jeden Kommentar dazu ab, ob die Polizei die Tatwaffe schon sichergestellt habe. Dazu können wir aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen, so der Bonner Staatsanwalt.
Im Zusammenhang mit der Schussabgabe sucht die Polizei nach weiteren Zeugen, welche Aussagen zum Ablauf des Geschehens machen können. Auch sucht die Polizei nach Personen, die im Vorfeld der Tat verdächtige Personen im Bereich Hochstraße / Bischofstraße gesehen haben. Sachdienliche Hinweise erbittet das Kriminalkommissariat Zentrale Kriminalitätsbekämpfung Euskirchen unter Tel. (0 22 51) 79 90.
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