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David Garrett

Formel 1 auf den Saiten

Von Olaf Weiden, 11.01.09, 19:32h, aktualisiert 12.01.09, 09:39h

Der „Wundergeiger“ David Garrett spielt vor 8.000 Zuschauern in der Lanxess-Arena. Mit Band und großem Orchester präsentiert der Virtuose ein musikalisches Crossover-Programm von Klassik, Jazz, Schlager und Pop bis zu Heavy Metal.

David Garrett
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Der Star-Violinist David Garrett, hier bei einem Auftritt in "Johannes B. Kerner". (Archivbild: dpa)
David Garrett
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Der Star-Violinist David Garrett, hier bei einem Auftritt in "Johannes B. Kerner". (Archivbild: dpa)
KÖLN - 8000 Menschen versammelten sich in der Lanxess-Arena, um die neue Ausgabe des Crossover-Projekts von „Wundergeiger“ David Garrett zu erleben. Und schnell wurde klar: Hier stand kein weiterer mittelmäßiger Geiger mit gutem Friseur auf der Bühne, sondern ein frischer, selbstbewusster und ernstzunehmender Musiker, der im ganz großen Hallen-Format seinem Publikum etwas über seine Lieblingsmusik erzählen möchte - und sie natürlich direkt aufführt.

Mit Band und großem Orchester schaffte er sich die nötige Bandbreite, um dabei auch tatsächlich klassische Werke spielen zu können. Garrett, der teilweise in New York lebt und dort während seiner Studien u.a. als Fotomodell gearbeitet hat, kommt in seinen sehr unverstellten offenen Moderationen mit zahlreichen persönlichen Eindrücken und viel Meinung gut beim Publikum an. Wie beim Pop gibt es Riesenleinwand und Dauerlächeln aller Beteiligten, aber zumindest Garrett hatte wohl tatsächlich Spaß.

Er verführte die Zuhörer in einer selbst gestrickten Carmen-Fantasie zu Ravel, kontrastierte dies mit Musik aus dem Film „Fluch der Karibik“, streute eine gezuckerte Version von Bachs „Air“ ein, ohne darauf zu verzichten, auch einmal „Bach pur“ in einem Satz aus einem Violinkonzert zu präsentieren: Der Geiger dosiert sehr verständnisvoll.

Querbeet durch den musikalischen Garten

Als Musik zum Chaplin-Klassiker - Garrett liebt den großen und intelligenten Komödianten - ertönt „Smile“, dann folgt „Summertime“ von Gershwin, irgendwann klatscht das Publikum eifrig mit zu „Volare“. Auch AC / DC und Metallica werden verarztet; der Arena-Chor darf auch mal mitsingen; die vertrauten Unterhaltungsriten eines Pop-Konzertes werden nachgebaut. Aber die persönliche Art von Garrett, der einfach losplappert und nicht von Karten abliest, lässt keinen schalen Beigeschmack aufkommen. Und irgendwer im Kreativteam hat sogar Ideen. Für ein Stück von Zaubergeiger Pablo Sarasate montierte ein Techniker dem Geiger eine kleine Kamera an ein Stirnband, die den Blick des Geigers auf Saiten und Finger einfing. Wie im Cockpit eines Formel 1-Rasers die Straße, so konnten jetzt die Zuschauer auf der Leinwand den rasenden Galopp der Griffhand verfolgen, den fliegenden Wechsel von Bogenhand zum Zupfen.

Das setzte zwar einen sportlichen Akzent, wirkte aber tatsächlich imposant und gefiel ungemein. Die Band ist Garretts Gruppe, mit der er gerne spielt. Das Orchester wurde in den Hintergrund gemischt, meistens stumm geschaltet. Der Sound war diesmal eher bescheiden. Aber den Abend trug eine gute Stimmung, und die eben verbreitete Garrett.

Seine Klassikkonzerte, Anfang Februar wieder in der Kölner Philharmonie, sind ebenfalls heiß begehrt. Und das gibt dem Klassikprediger mit der Geige absolut Recht.



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