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Roter Teppich für ideenreiche Museumsbauer

Von KLAUS HEUSCHÖTTER, 22.01.09, 07:09h

Roter Teppich, Fotografen und TV-Kameras, die Nominierten, Schauspieler, die die Gewinner preisgeben: Es hatte schon etwas von einer Oscar-Verleihung, als in der Bonner...

WINDECK. Roter Teppich, Fotografen und TV-Kameras, die Nominierten, Schauspieler, die die Gewinner preisgeben: Es hatte schon etwas von einer Oscar-Verleihung, als in der Bonner Bundeskunsthalle „Der Dank“ vergeben wurde. Und das Beste: Die Freunde und Förderer des Windecker Emil-Hundhausen-Heimatmuseums haben den vom Land Nordrhein-Westfalen neu ausgesetzten Preis für herausragendes ehrenamtliches Engagement in der Kultur auf Anhieb gewonnen.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, begründete Fördervereinsvorsitzender Dieter Steinhauf launig, weshalb er sich schon ein paar Gedanken gemacht und notiert hatte für den Fall des Sieges. Nach der Beglückwünschung durch Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff und die aus dem Fernsehen bekannte Moderatorin Dunja Hayali trat Steinhauf ans Mikrofon, um Dank zu sagen. Sein kleiner Verein in einem kleinen Dorf am Fuße der Windecker Burg sei erstaunt gewesen über die Nominierung. In der Tat, so sah es auch Bürgermeister Jürgen Funke, kam die Aufnahme in den Kreis der neun Preisanwärter schon einer Auszeichnung gleich. Denn bewerben konnten sich die in Sachen Kultur rührigen Ehrenamtler nicht. Vielmehr gab es ein Vorschlagsverfahren auf Ebene des Landes und der Landschaftsverbände. Die von ihm geleitete Jury habe sich „ausgesprochen schwer getan“ mit der Auswahl aus 35 Vorschlägen und bei der Preisvergabe, sagte Grosse-Brockhoff.

Nachhaltigkeit, Vorbildlichkeit und Ungewöhnliches nannte der Staatssekretär als Kriterien. Dass das Heimatmuseum nachhaltig die Kulturlandschaft an der Sieg geprägt hat, steht außer Frage. 1964 legte Emil Hundhausen den Grundstein, 1974 wurde die Sammlung von Gegenständen, die das alltägliche Leben der Vorfahren dokumentieren, im ehemaligen Schulhaus von Altwindeck untergebracht. Dabei blieb es freilich nicht. Nach und nach wurde die seit 2000 von Bruno Althoff geleitete Stätte auf privater Basis und mit Muskelhypothek zu einem Museumsdorf ausgebaut. Dafür trug der „Bautrupp“ um Restaurator Willi Kleinbongard andernorts Fachwerkgebäude Balken für Balken ab und richtete sie in Altwindeck neu auf. So wuchs, ergänzt um einen Bauerngarten, ein malerisches Ensemble heran, das nach dem Freilichtmuseum in der Eifel auch schon mal „Klein-Kommern“ genannt wird.

Mit inzwischen 210 Mitgliedern sorgt der vor 21 Jahren gegründete Förderverein, dass das Ganze keinen Staub ansetzt, sondern die Vergangenheit lebendig vor Augen führt: Mühlräder drehen sich mit Wasser- oder Eselskraft, im Backes wird frisches Brot gebacken, an einem Glockengerüst gebeiert, mit einer Presse Apfelsaft hergestellt, und in einem restaurieren Sägewerk entstehen Bohlen für den weiteren Ausbau. Vor allem an speziellen Aktionstagen, wie beim Handwerkermarkt am 3. Oktober, herrscht buntes Treiben im Museum.

Die 5000 Euro Preisgeld können die unermüdlichen Museumsmacher gut gebrauchen. „Wir haben schon Ideen - und auch Rechnungen“, so Geschäftsführer Jens Klein. Das Entree soll neu gestaltet werden, ein alter Leichenwagen und die Apfelpresse sollen einen Unterstand bekommen. Am Dienstag aber feierten die Preisträger erst einmal bis in den frühen Morgen.



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