Von Martin Sauerborn, 28.01.09, 21:29h, aktualisiert 28.01.09, 21:32h
Diese Form des Misserfolgs kannte der KEC aus der Vergangenheit nicht und ihn nun kennen zu lernen tut ordentlich weh. „Die Mannschaft bricht auseinander. Jeder denkt nur noch an sich und nicht mehr an die Organisation“, stimmte Manager Pauels das Klagelied vom unehrenhaften Profi an.
In der Tat näherten sich einige Haie-Angestellte beim 500. DEL-Einsatz ihres Kapitäns Dave McLlwain im KEC-Trikot dem Tatbestand der unverschämten Frechheit an. „Job verfehlt“, fand Geschäftsführer Thomas Eichin hinterher die richtige Bezeichnung. „Einige wollen, andere nicht. Tatsache ist, dass wir momentan eine Ansammlung von Einzelspielern haben, die als Team nicht bereit sind, gegen Widerstände zu arbeiten“, erklärte Pauels.
Vielmehr liebäugeln einige der Profis mit einem kurzfristigen Abgang aus Köln, um für die restlichen zwei Monate der Saison bei einem ausländischen Club noch gutes Geld verdienen zu können. „Es gibt Vereine, die noch um die Playoff-Teilnahme kämpfen oder die Meister werden wollen. Diese Clubs sind bereit, viel Geld für Topspieler auszugeben“, beschrieb Pauels die Konditionen. Bis morgen können die Spieler noch wechseln, dann wird der Transfermarkt geschlossen. „Aus wirtschaftlichen Gründen lassen wir auch zwei oder drei Jungs gehen“, berichtete der Manager, ohne Namen zu nennen. Angebote lägen „für die halbe Mannschaft“ vor, unterschrieben sei aber noch nichts.
Erster Kandidat dürfte Star-Verteidiger Stéphane Julien sein, dem nach Rundschau-Informationen ein Angebot aus Österreich vorliegt. Weitere Anwärter sind Mats Trygg, Kamil Piros und Daniel Rudslätt. Zügig abwickeln wollen die Kölner die Personalie Harlan Pratt, der schon gegen Nürnberg nicht mehr im Kader stand. Gut möglich, dass schon in der heutigen Partie gegen Wolfsburg (19.30 Uhr Lanxess-Arena) weitere Spieler dieses Schicksal teilen.
Derweil hat die KEC-Geschäftsführung auf den Zuschauerschwund reagiert und die Dauerkartenpreise für die kommende Saison gesenkt. „Der sportliche Neuanfang geht nur mit unseren Fans. Sie mussten einiges ertragen und haben eine unglaubliche Geduld mit uns gehabt. Wir wollen ihnen die Hand reichen und ein Zeichen setzen“, kommentierte Thomas Eichin die neue Preisstruktur. So rutscht z.B. der Preis für die Eckblöcke und die Plätze hinter den Toren auf 400 Euro.
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