Erstellt 02.02.09, 22:13h
Ich kann nur jeden warnen, der das Turnier in Hannover als Selbstläufer betrachtet. Drei der vier Mannschaften haben eine reelle Chance, zu den Olympischen Spielen zu reisen. Die Tagesform wird entscheiden.
Sie sprechen von drei Teams. Also wird das Eröffnungsspiel gegen Japan der Pflichtsieg?
Dieser Gegner ist am gefährlichsten. Wir haben schon beim Deutschland-Cup 2006 viel Mühe mit ihm gehabt und nach einem 3:4-Rückstand nur glücklich mit 5:4 gewonnen. Mit Überheblichkeit verlierst du auch gegen Japan.
Viele sehen im ewigen Duell mit Österreich das Schlüsselspiel.
Österreich ist im Aufwind, keine Frage. Sie haben gute Förderprogramme sowie mit dem Schweden Lars Bergström einen neuen Trainer. Und neue Besen kehren bekanntlich gut.
Ein Wort zum abschließenden Gegner Slowenien . . .
Die kannst du auch nicht auf Sparflamme schlagen. Zwischen der Nummer sechs der Welt und der Nummer neun ist der Unterschied sehr groß. Zwischen den Plätzen neun und 18 aber ist so gut wie kein Unterschied mehr vorhanden. Wir sind Zehnter der Weltrangliste und daher in keiner einfachen Situation.
Zumal eine Nicht-Qualifikation bedeutet, dass Deutschland vor der Heim-WM im April 2010 keine Werbepräsenz hätte . . .
Die beiden Turniere 2010 möchte ich nicht in einen Topf werfen. Die WM in Köln und Mannheim steht auf eigenen Beinen. Sollten wir uns nicht für Vancouver qualifizieren, ist nicht gleich alles schlecht.
Aber das Turnier in Hannover ist doch wichtiger als die WM im kommenden April in der Schweiz, weil Deutschland dort als Gastgeber der nächsten Titelkämpfe ja nicht absteigen kann, oder?
Ja, es ist wichtiger und ganz klar, wir wollen nach Vancouver. Wir möchten das deutsche Eishockey bei Olympia dabei haben, weil uns das öffentlich-rechtliche Fernsehen bei diesem Event erlaubt, unseren Sport einem breiteren Publikum präsentieren zu können. Sollten wir uns nicht qualifizieren, dann müssten wir auf diese Chance bis 2014 warten.
Um dies zu vermeiden, sind Sie auch wieder davon abgerückt, nur auf die Jugend zu setzen und haben Routiniers wie Sven Felski, Andreas Renz sowie Sven Butenschön nominiert.
Sie waren nie aussortiert, ich habe in Testspielen lediglich auf sie verzichtet. Wenn ich immer nur mit Veteranen spielen würde, dann hätte ich bei Verletzungen ein Problem, weil ich dann plötzlich ungetestete Akteure aufstellen müsste. Daher werde ich das Konzept mit der Jugend auch weiterhin verfolgen.
Ausgerechnet auf der Torhüterposition müssen Sie mit Robert Müller einen eben solchen Routinier ersetzen. Wer wird stattdessen zwischen den Pfosten stehen?
Die Geschichte mit Robert Müller ist vor allem aus menschlicher Sicht sehr traurig. Sportlich ist es für uns ein Glücksfall, dass Dimitri Pätzold nach fünf Jahren in den USA nach Deutschland zurückgekehrt ist. Er hat drüben eine sehr gute Ausbildung genossen und wird meine Nummer eins sein.
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