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Kölner Häfen

Gutachter bestätigt den Flächenbedarf

Von Manfred Reinnarth, 06.02.09, 22:02h

Wenn der Godorfer Hafen fertiggestellt ist, besteht in Niehl noch imme ein immenser Flächenbedarf. Das zumindest steht im Gutachten der „Planco Consulting“ aus Essen.

Niehl - „Wenn der Godorfer Hafen fertig wird, dann besteht in Niehl immer noch Bedarf von rund 103 000 Quadratmetern Fläche für den Umschlag von Waren, und der zusätzliche Logistikbedarf von 170 000 Quadratmetern kann in Niehl nicht gedeckt werden“, erläuterte Gunnar Platz, Geschäftsführer der „Planco Consulting“ aus Essen, gestern sein Gutachten für die Häfen und Güterverkehr Köln (HGK). Der Hafen in Deutz müsse als Massen- und Stückguthafen erhalten werden.

Laut HGK-Chef Rolf Bender haben die Gegner des Ausbaus von Godorf das Gutachten „falsch interpretiert“: „Das Märchen von den freien Flächen im Hafen Niehl ist Teil ihrer Strategie.“ Silvia Maslo von der Aktionsgemeinschaft „Contra Erweiterung Godorfer Hafen“, die auch das Bürgerbegehren mit betrieben hatte, ist überrascht: „Ich wundere mich, wie das Gutachten so verdreht werden kann. Ich habe es schon länger und könnte Herrn Bender mal durch die Kölner Häfen führen und ihm zeigen, was dort nur umgenutzt werden müsste, um genügend Kapazitäten zu haben.“

Bender behagt die „Rolle des geprügelten Hundes“ gar nicht: „Wir dachten, die Diskussion sei voriges Jahr überzeugend abgeschlossen worden, und wollten das Gutachten im März in den Workshop zur Zukunft des Hafens Deutz einbringen.“ Denn er beobachte mit Sorge, „dass zunehmend Hafenflächen zu Wohnraum umgenutzt werden, aber der Containerumschlag am Ufer sich bis 2025 verdreifachen wird.“ Diese Prognose ist auch Grundlage des Gutachtens. Einige Hafenflächen seien langfristig vermietet, andere unrentabel bei einer Sanierung. Nur bei einem Ausbau in Godorf und einer Sanierung des Niehler Hansekais (knapp 53 000 Quadratmeter) könne annähernd der Bedarf für 2025 in Niehl gedeckt werden, heißt es im Gutachten. Denn der Umschlag von 30 000 bis 40 000 20-Fuß-Containern soll laut HGK von Niehl nach Godorf verlagert werden.

Die HGK will mit der Erweiterung im Chemie-Hafen Godorf auch Container für die Chemieunternehmen im Umkreis von 30 Kilometern umschlagen. „Uns liegen vor allem Anfragen aus Knapsack vor, und im Rhein-Erft-Kreis sowie im Kölner Süden könnten noch neue Industrieflächen entstehen“, sagte ein HGK-Sprecher. Die Ausbaugegner bestreiten diesen Bedarf. „Wir haben uns bei den Firmen umgehört“, erklärte Maslo.

14 Tage wird noch gerodet, dann wird nach Kampfmitteln aus dem Krieg gesucht. Hafengegner haben der HGK einen toten Hasen gebracht, weil Tiere am Bauzaun verendet seien. „Dort liegen keine Kadaver, und selbst ein kleiner Bär käme unter diesem Zaun durch“, sagte HGK-Projektleiter Rolf Schulke. Der Zaun, zu dem die Polizei geraten habe, biete zahlreiche Schlupflöcher.



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