Von Lutz Blumberg, 12.02.09, 22:02h
Am Donnerstag wäre Charles Darwin 200 Jahre alt geworden, sein Hauptwerk „Über die Entstehung der Arten“ erschien vor 150 Jahren. Pünktlich zum Geburtstag dreht sich in Bonn alles um den Geologen, Biologen, Botaniker und Bonner Ehrendoktor: Die Besucher im Museum Koenig können selbst probieren, das Ei eines Küstenvogels aus dem Gleichgewicht zu bringen - Rütteln ausdrücklich erwünscht. Das Darwin-Jahr wird im Zoologischen Museum Koenig und dem Goldfuß-Museum, das sich der Geologie widmet, mit einer Doppelausstellung gefeiert, und auch in den Botanischen Gärten dreht sich alles um Darwin. Kein Wunder: „Charles Darwin hat vielfache Beziehungen zu Bonn“, erklärt Uni-Sprecher Andreas Archut. So wurde der Begründer der Evolutionslehre hier in die Kaiserliche Akademie Leopoldina aufgenommen und 1868 Ehrendoktor der Uni.
Museum Koenig
Hier ist die Ausstellung „Darwin und die Evolution der Arten“ zu sehen, eine umfassende Schau zum Werk Darwins, die der Diplom-Biologe Jobst Pfänder auf rund 200 Quadratmetern zusammengetragen hat. Die Ausstellung - noch zu sehen bis zum 24. Januar 2010 - ist eine Bestandsaufnahme: Person, Reisen und Forschung Darwins werden gezeigt, aber auch „die moderne Evolutionslehre“, sagt Ausstellungsmacher Pfänder.
Goldfuß-Museum
Dass Charles Darwin auch Geologe war, ist weniger bekannt. Diesem Aspekt ist die Ausstellung „Darwin - Geologe auf Weltreise“ im Goldfuß-Museum der Universität Bonn gewidmet. „Man muss das Werk Darwins auch unter dem historischen Aspekt betrachten“, erklärt Professor Jes Rust vom Institut für Paläontologie der Uni. „Im 19. Jahrhundert herrschte vor allem in der angelsächsischen Gesellschaft das Bild vor, dass die Erde vor 6000 Jahren erschaffen wurde.“ Als Geologe habe Darwin dann erstmals an dieser Theorie gezweifelt und Fragen gestellt. Diesen Fragen geht die Sonderschau, die vom Steinmann-Institut der Uni konzipiert wurde, anhand seiner Reise an Bord des Forschungsschiffs „Beagle“ nach.
Botanische Gärten
In den Botanischen Gärten der Uni blüht zur Zeit der „Stern von Madagaskar“ - dessen komplexe Blüte Darwin auf die Idee brachte, dass die Insekten, die diese Blume bestäuben wollen, auch ihren Körperbau an die Pflanze angepasst haben. „Gut die Hälfte seiner Schriften beschäftigt sich mit Pflanzen“, erklärt Archut, warum auch die Gärten an Darwin erinnern.
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