Von Uta Kristina Maul, 16.02.09, 19:27h
„Es ist vieles in Bewegung“, konstatiert Manemann, deren Amt vor einem Jahr neu geschaffen wurde, vor der Presse. Und sie appelliert an alle Bürger, Einwanderer zu integrieren: „Man kann Bonn nicht sortieren in "wir" und "die". Es geht um gemeinsame Identität und Heimat. Integration ist eine Aufgabe für alle. Wir schieben nur an.“
Das aber kann sich sehen lassen. „BiBo“, Bildungspatenschaften Bonn, heißt das neueste Projekt, das auf eine Idee Manemanns zurückgeht und derzeit im Aufbau ist. Zwölf Studenten - acht Frauen, vier Männer - kümmern sich in Abstimmung mit Schulamt, Lehrerkollegien und Eltern an fünf Grundschulen in allen vier Stadtbezirken um jeweils zwei Migrantenkinder. Nach einer „Kennenlernphase“ an den Schulen ist eine Vielzahl gemeinsamer Aktivitäten denkbar: Besuche von Sportplatz, Kindertheater, Büchereien oder einfach nur spielen und klönen.
Zum Einsatz kommen demnächst rund 30 Integrationslotsen, sie sollen Migranten den Zugang zu öffentlichen Einrichtungen und Angeboten erleichtern. Fest vorgenommen hat sich die Stabsstelle Integration auch, die Zahl der Auszubildenden mit Migrationshintergrund bei der Stadt zu erhöhen (siehe Info-Text). Dazu soll es bis zu den Sommerferien in allen Stadtbezirken Informationsveranstaltungen über die Berufsmöglichkeiten bei der Stadt geben.
Weil die Verwaltung für viele Migranten noch ein Buch mit sieben Siegeln sei, werden sich nach und nach die Ämter vorstellen. Erster Termin ist am Montag, 9. März, 18 Uhr, im Stadthaus. Es geht dann um die Bürgerdienste. Auch mit externen Experten will Manemann in Kontakt bleiben: Sie lädt künftig regelmäßig Mitarbeiter aus der Integrationsarbeit zu Fachgesprächen ein, um Themen wie Akademiker-Migration oder Flüchtlinge in Bonn zu besprechen.
Eine wichtige Aufgabe sei auch der enge Kontakt zu den ehrenamtlichen Migranten-Selbstorganisationen. „Wir wollen ihnen Zugänge erleichtern", sagt die Integrationsbeauftragte. „Denn sie wissen, was nötig ist." Zum Stand des Integrationskonzeptes wies sie darauf hin, dass die Stabsstelle dabei sei, aus dem Eckpunktepapier von 2007, der ersten Integrationskonferenz (eine zweite folgt im Herbst) und den Bergen an Stellungnahmen der Organisationen und Träger ein Konzept zu erarbeiten, das dauerhaft fortgeschrieben werden soll.
„Ganz stolz" ist Coletta Manemann auf den Sachstand in Sachen Moscheebau. Sowohl das Projekt der DITIB, die an der Viktoriabrücke erweitert, als auch das des Moscheevereins Al Muhajirin, der voraussichtlich an der Brühler Straße bauen will, seien deutlich vorangekommen.
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