Von Torsten Sülzer, 17.02.09, 21:42h
Im Rahmen einer Pressekonferenz sagte Pöttker, vor allem aufwändige oder wissenschaftliche Themen fielen in den Redaktionen möglicherweise einem nur noch schwer zu stemmenden Zeitaufwand zum Opfer.
Nach Auffassung der Jury müsste beispielsweise besser über die Gefahren von Neuroleptika (gegen Psychosen) informiert werden; einige Forscher gingen davon aus, dass Neuroleptika das Leben der Patienten um mehrere Jahre verkürzen könnten. Etwa eine halbe Millionen Menschen seien in Deutschland betroffen.
Jeder, so der Journalistikprofessor, kann der INA Themen vorschlagen, die mehr Gewicht in der Berichterstattung verdient hätten. In diesem Jahr flatterten der Initiative rund 100 davon auf den Tisch. Damit die jährlich veröffentlichte Liste auch wirklich von Belang ist, werden alle Vorschläge auf drei Faktoren abgeklopft: sie müssen triftig, wirklich vernachlässigt und von gesellschaftlicher Relevanz sein.
Nachgeprüft wird das Ganze von Journalistik-Studierenden in Bonn und Dortmund; in beiden Unis kümmert sich je ein Recherche-Seminar darum. Die letzten 20 Vorschläge landen bei einer Jury, die aus Wissenschaftlern und Journalisten besteht, darunter der Kölner Enthüllungsautor Günter Wallraff, die daraus die letzten zehn auswählen und gewichten - wie in einer Redaktionskonferenz. „Große Einigkeit“ habe in diesem Jahr über die drei wichtigsten der „unterbelichteten Themen“ geherrscht (siehe Kasten).
Horst Pöttker würde sich über noch mehr Anstöße aus der Öffentlichkeit freuen. Um das Spektrum zu verbreitern, will die Initiative ab jetzt auch selbst suchen. Zum Beispiel im „vorjournalistischen Raum“: den Blogs.
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22. April 2012,
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