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Europa-Wahlen

„Mittelstand ist Säule der Gesellschaft“

Von Peter- Jakob Klein, 18.02.09, 20:11h, aktualisiert 18.02.09, 20:12h

Einen Abstecher in die Kreis-Parteizentrale der Euskirchener FDP nutzte der liberale Europa-Abgeordnete Alexander Graf Lambsdorff, um sich über die politischen Gegebenheiten im Kreis zu informieren.

EUSKIRCHEN - Der 41-jährige Politiker tritt bei den Europa-Wahlen am 7. Juni wieder als NRW-Spitzenkandidat seiner Partei an. Lambsdorff sei mit schöner Regelmäßigkeit Gast im Kreis Euskirchen und man habe einen sehr guten Draht zueinander, umschrieb Hans Reiff das Verhältnis der Kreis-Liberalen zum Europa-Abgeordneten. Reiff ist Fraktionsvorsitzender der FDP im Euskirchener Kreistag.

Drei Schwerpunkte, die er für seine Wähler in der Region in Brüssel durchsetzen möchte, konkretisierte Alexander Lambsdorff im anschließenden Pressegespräch. Besonders am Herzen lägen ihm die Probleme des Mittelstandes mit Blick auf die aktuelle Finanzkrise, führte Lambsdorff aus. Es müsse sichergestellt sein, dass die mittelständischen Betriebe und Unternehmen weiter problemlos an Kredite kommen. Besonders in vom Strukturwandel permanent betroffenen Landstrichen wie dem Kreis Euskirchen benötige der Mittelstand als Säule der Gesellschaft die Unterstützung der Politik. Dazu bedürfe es unter anderem einer klaren Ausrichtung des Sparkassenrechtes. Als weitere Bevölkerungsgruppe, die auf europäischer Ebene der Unterstützung bedürfe, nannte Lambsdorff die Landwirte. Die Reform der Zuckermarkt-Reform müsse bis 2013 zügig durchgeführt werden. Die Anpassung der europäischen Zuckerquoten an den Weltmarkt habe bei den hiesigen Erzeugern Preiseinbußen von rund 40 Prozent bedeutet. Jetzt sei es wichtig, so Lambsdorff, dass durch Zurückfahren der Produktion Ruhe auf dem Markt einkehre.

Für die Milchbauern schließlich wünscht sich der liberale Europa-Abgeordnete einen freien Markt. Die Befreiung von den Milchquoten und die eigene Vermarktung der Ware „Milch“ sei der Wunsch der Mehrheit unter den hiesigen Milcherzeugern. Minder-Einnahmen im Milchabsatz, so Lambsdorff, könnten zum Beispiel durch Zahlung einer „Landschaftsprämie“ abgefedert werden. Die Landschaftsprämie soll den Landwirten die Bewirtschaftung ihrer Flächen und damit den Erhalt der bäuerlich geprägten Kulturlandschaft finanzieren helfen.

Nach seinem Besuch in Euskirchen war Alexander Graf Lambsdorff Gast in der Fachhochschule für Rechtspflege NRW in Bad Münstereifel. Dort hielt er einen Vortrag über „Die EU in der Wirtschaftskrise“.



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