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Kölner Haie

Das Potenzial des Alptraums

Von Martin Sauerborn, 02.03.09, 20:42h

Die Kölner Haie wollen die Saison wohl am liebsten so schnell wie möglich vergessen. Playoffs verpasst, Unruhen im Team, Trainerwechsel- das schlechteste Abschneiden der Clubgeschichte hinterlässt einige offene Fragen.

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Kölner Haie. (Bild: dpa)
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Kölner Haie. (Bild: dpa)
KÖLN. Jeder Alptraum trägt Gutes in sich. Klingt wie ein Widerspruch. Fakt ist aber nun einmal, dass ein abruptes Erwachen jeden Alptraum beendet. Wenn der Angstzustand dann richtig analysiert und therapiert wird, soll er ein enormes Potenzial der Entwicklung bergen - sagen die Traumforscher. Rodion Pauels wird es gerne hören. Dem Manager der Kölner Haie begegnete die abgelaufene Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) nämlich wie ein „nicht enden wollender Alptraum“. Und jetzt, wo für den erfolgsgewöhnten Vizemeister „alles vorbei“ und die Playoffs verpasst sind, glaubt Pauels, dass der Moment des Erweckens gekommen ist: „Der Blick geht nach vorne. Wir werden nächste Saison angreifen“, verkündet er die logische Botschaft der Aufbruchstimmung.

Einen Tag nach dem letzten DEL-Hauptrundenspiel in Ingolstadt und dem mit dem vorletzten Tabellenplatz unwiderruflich schlechtesten Abschneiden der Clubgeschichte, beginnt für den KEC-Manager die Zeit der aufbauenden Therapie. „Das Konzept steht. Wir werden nicht alles über den Haufen werfen, weil nicht alles schlecht war und wir werden wettbewerbsfähig sein und wieder oben mitspielen können“, so Pauels angriffslustig.

Helfen soll dabei vor allem ein neuer, renommierter Trainer. „Er soll Erfahrung haben, mit jungen Spielern arbeiten und Erfolge vorweisen können“, beschreibt Pauels das Anforderungsprofil. Kursierende Namen wie Greg Poss, Benoite Laporte und Andreas Brockmann dementiert er. Rich Chernomaz, KEC-Meistertrainer von 2002 und noch bis 2010 in Frankfurt unter Vertrag, schlug eine Haie-Offerte aus. Soweit der Markt der bekannten Möglichkeiten. „Ich habe zwei ausländische Kandidaten, die noch nicht in der DEL gearbeitet haben“, verrät Pauels. Und wer seine Vorlieben kennt, ahnt, dass es sich dabei um Skandinavier handeln könnte.

Zweithöchste Priorität besitzt die Besetzung des Torwartpostens. Dem Ex-Kölner Thomas Greiss hat Pauels einen Dreijahresvertrag mit Ausstiegsklausel für die NHL angeboten. „Er ist am Zug. Und wenn wir in der Zwischenzeit einen anderen Kandidaten finden, schlagen wir natürlich zu“, sagt Pauels. Was für Greiss gilt, gilt auch für Ivan Ciernik. Dem Slowaken liegt ein Angebot der Haie vor, das ihm bislang aber nicht zusagt. „Höher gehen wir nicht“, erklärt Pauels, der angesichts der finanziellen Schieflage des KEC kommende Saison bekanntlich mit einem reduzierten Etat auskommen muss.

Verpflichtet haben die Haie gestern Flügelstürmer Martin Bartek. Der 28-jährige Slowake kommt aus Kassel, wo er in der abgelaufenen Spielzeit in 47 Spielen 25 Tore erzielte. Ein sicherer Zugang ist wohl Außenstürmer Dusan Frosch (Straubing). Zudem besitzt Pauels eine Unterschrift, deren Träger er aber nicht verraten will. Und er sucht noch einen ausländischen Top-Mittelstürmer für die erste Reihe: „Nach Trainer und Torwart die drittwichtigste Personalie.“

Eine auf den ersten Blick nachvollziehbare Therapie. Doch wie das mit Heilmethoden so ist - man weiß nie, ob sie anschlagen. „Wir haben gerade erlebt, wie viele Faktoren ausschlaggebend sein können“, sagt der Manager. Wobei er die epochale Art und Weise des sportlichen Einbruchs noch immer nicht erklären kann: „Da bleibt ein Fragezeichen.“ Und es bleibt die Angst. Weitere personelle Fehlgriffe und der Alptraum könnte nächste Saison schnell wiederkehren. „So ist das Geschäft. Ich übernehme die Verantwortung und ich tue es gerne“, bleibt Pauels von seiner Arbeit überzeugt. Wohlwissend, dass seine zweite Chance auch seine letzte ist.



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