Erstellt 04.03.09, 20:06h
Kölnische Rundschau: Herr Atalay, wie viele Autounfälle hat Ihre Serienfigur mittlerweile eigentlich überlebt?
Oh je, das weiß ich nicht. Aber da Semir in jeder Folge mindestens einen Unfall hat und wir bis jetzt 196 Folgen gedreht haben, werden es wohl über 200 sein.
Und bei wie vielen Unfällen haben Sie den Stunt selbst gemacht?Ein paar Mal. Mittlerweile lasse ich mich aber noch besser absichern als früher. Der Respekt vor den Stunts wächst, je älter man wird. An ein paar Dinge gewöhnt man sich aber auch. Ich habe mittlerweile schon so oft außen an einem Hubschrauber gehangen, dass ich keine Angst mehr davor habe.
Was wird passieren, wenn Sie die Action nicht mehr fordert? Die komplexen Geschichten können es eigentlich nicht sein, oder?
Die Geschichten sind in den letzten Jahren deutlich besser geworden als noch am Anfang der Serie. Es ist allerdings nicht immer leicht, alles im Korsett der Actionszenen zu erzählen. Pro Folge haben wir etwa 36 Minuten ohne Action, die sehr schnell gedreht werden müssen. Bei Actionszenen drehen wir etwa eine Minute am Tag. Bei Dramaszenen bis zu zwölf Minuten. Jede Minute, die wir zu lange brauchen, kostet ein Heidengeld.
Wie bereichert ihr neuer Partner, gespielt von Tom Beck, die Serie?
Er ist humorvoll, sieht rattenscharf aus und er ist der erste Cobra 11-Kommissar, der singen kann.
Aber trotzdem ist doch Ihre Figur das Rückgrat der Serie. Könnte Cobra 11 ohne Semir funktionieren?
Klar, weil ich so lange dabei bin, bin ich ein wenig der Anker. Wie wichtig ich bin, weiß ich nicht einzuschätzen. Ich habe aber kein Limit, wie lange ich noch dabei bleibe. Noch macht mir die Sache sehr großen Spaß.
Haben Sie überhaupt noch Zeit, etwas jenseits der Autobahn zu drehen?
Ab und zu. Wenn ich Urlaub habe, schreibe ich auch viel. Ich bin ganz stolz, mein erstes Drehbuch fertig geschrieben zu haben - ein mystischer Actionthriller mit Elementen aus der griechischen Mythologie.
Und den wird die Cobra 11-Produktionsfirma Action Concept jetzt drehen?Würden sie vielleicht tun, wenn die Rezession nicht wäre (lacht). Ich weiß noch nicht, was damit passiert. Ich bin zunächst einmal glücklich, dass es fertig geworden ist. Allerdings würde mich schon interessieren, was alles nicht gedreht wird. Zum Beispiel würde ich gerne die Bücher der Cobra-Autoren lesen, die sie sonst so schreiben. Ich könnte mir vorstellen, dass da wirklich tolle Sachen dabei sind.
Glauben Sie, dass in Deutschland zu wenig Qualität gedreht wird?
Ich habe manchmal das Gefühl, dass zu schnell gedreht wird. Einige Bücher müssten so wie in Amerika länger entwickelt werden. Allerdings ist auch in Amerika nicht alles so toll, wie wir manchmal denken. Wir sehen ja nur deren Creme-de-la-Creme-Serien. Aber ich habe in den Staaten Shows gesehen, in denen kostümierte und synchronisierte Affen Krimis nachstellen. So etwas habe ich in Deutschland zum Glück noch nicht gesehen.
Alarm für Cobra 11, Donnerstagabend, 20.15 Uhr, RTL.| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
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22. April 2012,
E-Werk Köln
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