Von Norbert Wallet, 05.03.09, 10:45h
Aber irgendwann wird die Bergung abgeschlossen sein, und dann wird das Thema Geld eine Rolle spielen. Köln erwartet Hilfen von Bund und Land. Oberbürgermeister Schramma hat bereits die Parallelen zum Brand der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar gezogen. Danach hatte es in der Tat großzügige Hilfen gegeben. Sind die Fälle aber vergleichbar? Michael Knoche, Direktor der Anna-Amalia-Bibliothek, sieht Parallelen. „Wenn tatsächlich in großem Umfang Dokumente aus dem Mittelalter verloren sind, dann ist das gut mit Weimar vergleichbar“, sagte er gestern der Rundschau. Der Sprecher des Kulturstaatsministers Volker Neumann (CDU), konnte zu dem Thema noch gar nichts sagen, es sei noch „zu frisch“ und Neumann auf Reisen. Allerdings gibt es aus dem Umkreis der Bundesregierung den Hinweis, dass die Anna-Amalia-Bibliothek auch vor dem Brand schon lange vom Bund unterstützt worden war. Insofern seien die Fälle doch nicht vergleichbar. Vorschnelle Mittelzusagen aus Berlin wird es sicher nicht geben. Im Kreise der Abgeordneten gibt es allerdings eine breite Übereinstimmung darin, dass Köln geholfen werden soll. Der Kölner FDP-Bundestagsabgeordnete Werner Hoyer sieht Bundesinnenminister Schäuble und Staatssekretär Neumann aufgerufen, „durch die unverzügliche Nutzung der für Kultur bestimmten Mittel des Konjunkturpaketes II die notwendigen Hilfen bereitzustellen“. Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach sagte der Rundschau, dagegen spreche nichts. „Der Bund soll das sehr wohlwollend prüfen“, meint er.
Die Landesregierung hat gestern zunächst über die Soforthilfen beraten. Um über mögliche weitergehende Hilfen zu sprechen, müsse erst der genaue Umfang des Schadens ermittelt sein. Im Übrigen seien ja auch schon die Soforthilfen „Geld wert“.
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