Erstellt 15.03.09, 22:30h, aktualisiert 15.03.09, 22:30h
Da ich die genaue Situation in Köln nicht kenne und darüber nicht spekulieren will, möchte ich Ihre Frage unabhängig davon beantworten, indem ich mich auf ähnliche Situationen bei tiefen Baugruben im Grundwasser beziehe. Zunächst einmal ist es richtig, das Grundwasser abzupumpen, um den Wasserdruck in den Boden abzubauen. Sonst kann der Druck zu einem Aufbruch der Sohle führen. Daher wäre es sogar schlimm, wenn man nicht pumpt oder nicht pumpen kann, weil zum Beispiel Sand die Pumpen verstopft.
Ohne Genehmigung?
Für jeden Grundwassereingriff muss man eine Genehmigung haben, denn man muss ja auch unter anderem klären, wohin das abgepumpte Wasser kommt, ob in ein Gewässer oder wieder - weiter von der Baustelle entfernt - ins Grundwasser. Und die Wasserbehörde und alle am Projekt Beteiligten müssen sich natürlich auch Gedanken machen, wenn das Abpumpen des Grundwassers nicht planmäßig verläuft.
Könnte das verstärkte Pumpen ein Hinweis auf die Unglücksursache sein?
Wenn man von Anfang an mehr pumpen muss, hat man vermutlich einfach nur die Wasserdurchlässigkeit der Bodenschichten falsch eingeschätzt. Wenn sich jedoch die Wassermengen erst im Lauf der Zeit ändert, muss man sofort stutzig werden. Dann muss man nach den Ursachen forschen und durch Piezometer, also Druckmessgeräte, im Boden den Wasserdruck beobachten. Letzteres sollte man übrigens immer machen. Man muss dann auch prüfen, ob sich vielleicht Bodenkanäle als Anfang eines hydraulischen Grundbruchs oder andere Wasserumläufigkeiten gebildet haben.
Wie kann man eine Baustelle gegen eine unerwartet hohe Grundwassermenge sichern - außer zu pumpen?
Man kann der Baugrube eine wasserdichte Sohle geben, etwa mit einer Betonplatte oder mit einer Zementinjektion. Eine solche hochliegende Sohle muss jedoch mit Pfählen verankert werden. Oder man stellt eine tiefliegende Zementinjektionssohle tief unter der Baugrubensohle an den Enden der Schlitzwände her. Dann kann man das darüber liegende Bodeneigengewicht als Auflast gegen den Grundwasserdruck nutzen, unter Umständen mit einer Teilverankerung. Das ist etwas, was man technisch gut beherrscht.
Kölner Grundwasser
17.03.2009 | 07.29 Uhr | minimix
Die Kölner müssen also einen Fachmann aus Berlin zu Rate ziehen, um das Grundwasserproblem zu erklären. Gibt es am Rhein entlang nicht genügend…
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