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TV-Kabarett

Altgenosse als Humor-Fundamentalist

Von Klaus von Elmpt, 16.03.09, 10:23h

Gutes Kabarett, schlechtes Kabarett: Mathias Richling und Dieter Hildebrandt kabbeln sich weiter. Richling, der den "Scheibenwischer"-Nachfolger "Satire-Gipfel" in der ARD führt, findet Hildebrandts Humor zu sehr parteipolitisch eingefärbt - in dessem Fall Richtung SPD.

Mathias Richling
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Mathias Richling greift Dieter Hildebrandt an.
Mathias Richling
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Mathias Richling greift Dieter Hildebrandt an.
Einige Zeit schon schwelt der Kleinkrieg um das politische Kabarett im deutschen Fernsehen. Nun wird der Schlagabtausch der Protagonisten persönlicher und pointierter. Es geht um nichts anderes als die deutsche TV-Schicksalsfrage: Haltung oder Unterhaltung - wie viel Comedy verträgt das deutsche Kabarett?

Im Konzept-Streit um den "Scheibenwischer"-Nachfolger "Satire-Gipfel" (Start am Donnerstag, ARD, 22.45 Uhr) hat sich Mathias Richling (55) jetzt gegen jede Form von "Humor-Fundamentalismus" gewandt - und damit direkt "Altmeister" Dieter Hildebrandt (81) attackiert.

Der 81-Jährige hält "den genialen Parodisten" Richling nicht für geeignet, eine politische Kabarett-Reihe im Fernsehen zu führen. Hildebrandt, der der neuen Richling-Sendung den Titel "Scheibenwischer" entzog, will auf keinen Fall Kabarett-Comedy.

Richling: "SPD-höriges" Hildebrandt-Kabarett

Richling, der mit neuem Konzept und Comedians noch schneller auf Neues reagieren will und damit auch auf ein junges Publikum zielt, sieht seinen ehemaligen Chef auf völlig falschem Weg. Dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" sagte Richling: "Auch ein einzelner Papst kann nicht dogmatisch festlegen, was Kabarett zu sein hat, und abweichende Vorstellungen der Exkommunikation unterwerfen." Im "Focus" spricht er Hildebrandt gar jede Form von Objektivität ab, auch in der Beurteilung von Kollegen.

Im "Spiegel" zieht der Ex-Hildebrandt-Mitstreiter dann so richtig vom Leder: "Ich wollte nie das Hildebrandt-Kabarett, das nur einer einzelnen Partei, in dem Fall der SPD, hörig ist." SPD-Wahlkämpfer Hildebrandt habe 1972 die "Münchner Lach- und Schießgesellschaft" aufgelöst, weil er sein kabarettistisches Ziel, die SPD und Willy Brandt an die Regierung zu bringen, erreicht hatte. "Das ist eine freiwillige Abhängigkeit, von der ich immer glaubte, dass sie eines Kabarettisten eigentlich unwürdig ist."

Hildebrandt selbst hat nach eigenen Angaben nichts gegen Comedians, ihm geht es letztlich um die Prioritäten im politischen Kabarett. Der ehemalige "Scheibenwischer"-Chef möchte nicht, dass sich TV-Kabarett nur mit Nebenthemen beschäftigt.

Er will, "dass Hauptthemen drin sind". Richling hält dagegen, wer komisch sei, müsse nicht automatisch unpolitisch sein. Und meint über der früheren Scheibenwischer-Chef, dass "Altgenosse Hildebrandt kein politisches Kabarett kann, sondern immer nur parteipolitisches".

Satire Gipfel: Donnerstag, 22.45 Uhr, ARD.



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