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Kommentar zum Caritas-Empfang

Grotesk

Von Jan Wördenweber, 27.03.09, 21:55h

Was sich am Freitag im und am Domforum abspielte, war schon grotesk: Da demonstrierten Hartz-IV-Empfänger gegen einen Wohlfahrtsverband, der als Anwalt der Armen und Benachteiligten hervorragende Arbeit leistet.

Die Caritas profitiere von der Armut, indem sie einen Großteil ihrer Arbeit durch Ein-Euro-Jobs erbringen lasse, so der Vorwurf.

In der Tat lässt sich darüber streiten, ob Langzeitarbeitslose durch dieses Geld genügend motiviert werden, um den Weg zurück in den Arbeitsmarkt zu finden. Das sieht die Caritas ähnlich. Unstrittig hingegen ist, dass es sich bei den Ein-Euro-Jobs um Integrationshilfen handelt, die in der Regel nur sechs Monate dauern. Statt zu profitieren, versuchen die Wohlfahrtsverbände zu helfen. Und das nicht zu knapp.

Dass die Demonstranten kurzerhand zum Empfang ins Domforum eingeladen wurden, spricht ebenfalls für die Caritas. Das störende Verhalten dieser Leute allerdings sprach Bände: Ohne einen angemessenen Umgangston wird die Rückkehr in den Arbeitsmarkt erst recht nicht gelingen.



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