Von Hanna Styrie, 29.03.09, 19:48h
Die Tudor-Dynastie hat dem Komponisten Stoff für mehrere Opern geliefert: „Anna Bolena“, entstanden 1830, erzählt vom Sturz Anne Boleyns; „Maria Stuarda“ von der Auseinandersetzung zwischen Elisabeth I. und Maria Stuart; „Roberto Devereux“ handelt von der Essex-Verschwörung aus den späten Regierungsjahren Elizabeths um 1601. Um Macht und Leidenschaft, Intrigen und Verrat geht es dabei, vor allem aber hat Donizetti hier dankbare Rollen geschaffen, die reiche Entfaltungsmöglichkeiten bieten.
Edita Gruberova fesselte mit Kraft und dramatischem Ausdruck, mit Bühnenpräsenz und einem nuancenreichen, koloraturgewandten Sopran von überwältigender Schönheit, mit dem sie die jungen Kolleginnen Adriana Bastidas Gamboa und Christina Khosrowi überstrahlte.
Gut disponiert waren auch der Opernchor und das Gürzenich-Orchester, das unter Ralf Weikert die Arien einfühlsam begleitete. Mit stimmlichem Empfindungsreichtum stattete die Gruberova auch ihre Maria Stuarda aus; Wilfried Staber und Andreas Hörl standen ihr als versierte Partner zur Seite. Zum unumstrittenen Höhepunkt aber wurden die Szenen aus „Roberto Devereux“.
Starqualitäten besitzt auch der mexikanische Tenor Héctor Sandoval, der mit einer flexiblen, fundierten Stimme prunkte, während Edita Gruberova in der Schlussarie der Elisabetta einmal mehr als „Primadonna assoluta“ glänzte. Dabei berührte sie mit kraftvollen Ausbrüchen, wundervoller Innigkeit und zarten Piani. Kein Wunder, dass ihr die Fans mit stehenden Ovationen huldigten.
Auf dem Weg zur großen Karriere ist der junge Andrés Felipe Orozco Martinez, dem die Freunde der Kölner Oper im Rahmen des Konzertes den Offenbachpreis verliehen. Martinez bedankte sich mit zwei Zarzuelas, bei denen er seine lyrische Tenorstimme erstrahlen ließ.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln