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Einsturz des Kölner Stadt-Archivs

Kater Felix aus Trümmern gerettet

Von Manfred Reinnarth, 06.04.09, 16:43h, aktualisiert 07.04.09, 10:22h

Fünf Wochen nach dem Einsturz des Historischen Archivs in Köln haben Feuerwehrleute einen tierisch erfreulichen Fund gemacht. Aus den Trümmern retteten sie den glücklichen Kater Felix, den seine Besitzerin verzweifelt suchte.

Kater Felix Kölner Stadtarchiv
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Kater Felix nach seiner glücklichen Rettung. (Bild: Hanano)
Kater Felix Kölner Stadtarchiv
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Kater Felix nach seiner glücklichen Rettung. (Bild: Hanano)
Mehr als einen Monat lang hat Felix eingeklemmt im Historischen Archiv ohne Wasser und ohne Nahrung überlebt. Als Alexander Hintzen (20) und sein gleichaltriger Feuerwehrkamerad Stefan Lorscheid von der Löschgruppe Brück gestern Nachmittag auf der Suche nach Dokumenten die Trümmer des Stadtarchivs durchwühlten, trauten sie zunächst ihren Augen nicht. „Auf einem Vorsprung guckten unter vier oder fünf großen Steinen ein Kopf und zwei Pfoten heraus“, berichtete Lorscheid. „Und sie bewegten sich.“

Am 34. Tag nach der Einsturzkatastrophe ein kleines Wunder. Höhenretter befreiten den Kater, der auf der Seite liegend nicht vor und zurück konnte. Und als sie Retter das abgemagerte Tier zur Einsatzleitstelle in ein paar Containern auf dem benachbarten Lehrerparkplatz trugen, brachte der Stubentiger sogar das ein oder andere Miauen zustande. „Man sagt, Katzen hätten sieben Leben. Der Kater hier hat aber sicher sechs aufgebraucht“, meinte ein Feuerwehrmann, der sich mit den Kameraden freute.

Andrea Schroeder, die den zwölf Jahre alten Felix in die Familie aufnahm, als er sechs Wochen alt war, eilte sofort zur Fundstelle. Ihren Eltern Monika und Edgar, die seit dem Einsturz des Hauses Severinstraße 220 beim Freund der Tochter in Frechen leben, hat sie zunächst nichts gesagt. „Ich wollte erst ganz sicher sein, dass er es ist“, sagte sie und streichelte das verstörte Tier, das sich in einem Pappkarton der Feuerwehr zusammenkauerte. „Das ist er.“

Neue Hoffnung keimte mit dem sensationellen Fund auf: Denn die Schwester von Felix, die ebenfalls zwölf Jahre alte Katze „Cleo“, fehlt noch. Andrea Schroeder hatte noch am Morgen etliche Suchzettel im Umfeld der Einsturzstelle aufgehängt, weil sie dachte, dass die Tiere vielleicht beim Einsturz entflohen und in der Umgebung untergekommen wären. An diesen Zettel erinnerte sich nach dem Fund gleich ein Feuerwehrmann und sorgte damit für ein schnelles Wiedersehen von Besitzerin und Kater.

Der Tierarzt konnte Felix gestern noch nicht eingehend untersuchen. „Drei Spritzen und eine Infusion hat er bekommen“, berichtete Andrea Schroeder - Aufbaupräparate, vermutet sie. „Die rechte Vorderpfote ist dick, und deshalb humpelt er ein wenig, aber er hat sich schon das Sofa erobert und schnurrt, wenn ich ihn streichle“, stellte die Besitzerin am Abend fest, noch ehe sie ihre Eltern mit dem Rückkehrer überraschte. Fressen wollte die magre Hauskatze aber noch nicht, trank jedoch. „Morgen wird Felix nochmal untersucht. Und dann kriegt er in den nächsten Tagen ein komplettes Wellnessprogramm und wird wieder aufgepäppelt.“ Und in ein paar Monaten, wenn die Eltern in ihre neue Wohnung in der Elsaßstraße ziehen, dann wird auch Felix wieder ins Veedel zurückkehren.



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