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Betriebshalle brannte aus

Von THOMAS HEINEMANN, 08.04.09, 07:09h

Bei einem Groß-brand sind gestern die 1500 Quadratmeter großen Produktionsräume einer metallverarbeitenden Firma in Much-Neßhoven ausgebrannt. Hundert Feuerwehrleute kämpften...

MUCH. Bei einem Groß-brand sind gestern die 1500 Quadratmeter großen Produktionsräume einer metallverarbeitenden Firma in Much-Neßhoven ausgebrannt. Hundert Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen. Zwei Menschen wurden leicht verletzt.

Gegen 9.20 Uhr hatten Mitarbeiter des seit 1961 in Neßhoven ansässigen Unternehmens in der Feuer- und Rettungsleitstelle Alarm geschlagen. Ein Becken mit Aceton stehe in einem Vorbau des Firmengebäudes in Flammen. „Es war schnell absehbar, dass das Feuer sich ausbreiten würde“, sagte der Mucher Feuerwehrchef Markus Büscher. Binnen Sekunden habe das Feuer auf das Holzdach, wenig später auf die gesamte 50 mal 30 Meter große Halle übergeschlagen. Mit ihren beiden C-Rohren konnte die Mucher Feuerwehr anfangs wenig ausrichten, so Büscher, der die Alarmstufe erhöhen und weitere Feuerwehreinheiten nach Neßhoven bei Marienfeld anrücken ließ. Eine anfangs pechschwarze Rauchsäule, die bereits von Hennef-Heisterschoß und Lohmar-Heide aus sichtbar war, wies den aus dem Kreisgebiet anrückenden Kräften den Weg. Erst über hundert Feuerwehrleute aus Much, Ruppichteroth, Eitorf, Windeck, Hennef und Troisdorf brachten unter Einsatzleitung von Markus Büscher und Einsatzstabsleitung von Kreisbrandmeister Walter Jonas den Brand gegen 11.30 Uhr unter Kontrolle.

Alle Mitarbeiter der Frühschicht hatten sich derweil in Sicherheit vor den Flammen und dem giftigen Rauch bringen können. Zwei der sieben Arbeiter (28 und 44 Jahre alt) erlitten einen leichten Kreislaufzusammenbruch, während die übrige Belegschaft Unterlagen und Computer aus dem Bürogebäude in Sicherheit brachte, dessen Dach später von den Flammen in Mitleidenschaft gezogen wurde. Trotz des verheerenden Feuers konnte die Feuerwehr schlimmeren Schaden abwenden, so der Einsatzleiter.

Die Flammen hätten kurz vor dem Übergreifen auf ein Lager mit besonders gefährlichen Stoffen gestoppt werden können. Mitarbeiter des Unternehmens hatten zudem ein Dutzend Gasflaschen aus dem brennenden Gebäude geborgen. Nach Angaben der Feuerwehr seien Anwohner aufgefordert worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Eine Messgruppe der Feuerwehr analysierte den mal schwarzen, mal gelblich oder grünlich schimmernden Brandrauch. Das nahe St. Apolonia-Altenheim musste nicht evakuiert werden. Während der Löscharbeiten beobachtete zur Sicherheit eine Polizeihubschrauber-Besatzung aus der Höhe das Geschehen.

Wie es zu dem Feuer in der Aceton-Wanne kam, ist nicht vollständig geklärt. Vermutlich sei beim Befüllen der Wanne irgendwie ein Funke übergesprungen, der das leicht entzündliche und aus Nagellackentfernern bekannte Lösungsmittel in Brand gesetzt haben könnte, sagte Büscher. Für die gut zwei Dutzend Mitarbeiter des Traditionsunternehmens ist das Feuer ein Schock. Während die Feuerwehr mit Hilfe zweier Drehleitern aus sicherer Entfernung die Flammen bekämpfte, trafen dann auch Mitarbeiter der Spätschicht ein. Auch Bürgermeister Alfred Haas, der zur Brandstelle geeilt war, zeigte sich betroffen und kündigte schnelle Hilfe an. Das Feuer sei schlimm, sagte Haas der Betrieb habe gerade Neukunden akquirieren können. Haas versprach: „Wir werden dem Betrieb so schnell wie möglich eine Halle zur Verfügung stellen.“ Sämtliche Produktionsgeräte der Firma seien jedoch zerstört worden. Das Unternehmen stellt Gestelle und Halterungen aus Titan und anderen Metallen, zum Teil mit Kunststoffüberzug, für metallverarbeitende Betriebe her, welche Werkstücke galvanisch überziehen oder beschichten möchten. Der Schaden beläuft sich nach ersten Einschätzungen der Feuerwehr auf mehrere 100 000 Euro.



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