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Kinostart

Spätes Glück in London

Von Martin Schwickert, 14.04.09, 19:58h

Auch jenseits der Vierzig soll die Liebe noch möglich sein. Joel Hopkins hat in seinem Streifen „Liebe auf den zweiten Blick“ Emma Thompson und Dustin Hoffman zusammengeführt. Eine Schmonzette zwischen Frustration und siebtem Himmel.

Emma Thompson Dustin Hoffman
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Frisch verliebt: Emma Thompson und Dustin Hoffman. (Bild: dpa)
Emma Thompson Dustin Hoffman
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Frisch verliebt: Emma Thompson und Dustin Hoffman. (Bild: dpa)
Zwei Menschen, die sich nicht kennen, miteinander zu verbinden - das ist im Kino viel einfacher als im echten Leben. Dafür gibt es die Parallelmontage, von der Regisseur Joel Hopkins in „Liebe auf den zweiten Blick“ während der ersten 45 Filmminuten ausführlich Gebrauch macht. Im rhythmischen Hin und Her macht er uns mit dem Leben von Harvey (Dustin Hoffman) und Kate (Emma Thompson) bekannt und verkuppelt die beiden in den Köpfen des Publikums, lange bevor sie einander auf der Leinwand begegnen.

Harvey lebt als glückloser Werbe-Jingle-Komponist in den USA. In der Firma steht der alte Hase auf der Abschussliste; und als er sich nach London zur Hochzeit seiner Tochter aufmacht, legt der Chef ihm nahe, ein paar Tage länger zu bleiben. In London bringt die Tochter ihm schonend bei, dass sie sich lieber von ihrem Stiefvater zum Altar führen lassen will.

Während sich in Harveys Leben eine Demütigung auf die andere schichtet, treibt Kate in London durch ihr einsames Single-Dasein. Als Angestellte einer Fluggesellschaft muss sie tagtäglich übermüdete Reisende zu einer statistischen Umfrage überreden. Nach Feierabend versorgt sie ihre kranke Mutter. In Sachen Liebe hat die Endvierzigerin wenig Glück: Das Blind-Date wird zur peinlichen Niederlage. Nachdem die Frustrationstoleranz auf beiden Seiten gründlich geprüft wurde, werden Kate und Harvey in einer Flughafenkneipe schließlich zusammen geführt. Die ersten Gesprächsversuche misslingen; und es ist vor allem Harveys hartnäckigem Altherren-Charme zu verdanken, dass die beiden sich auf einem Spaziergang durch das sommerliche London kennen, schätzen und schließlich sogar lieben lernen.

Äußerst überschaubar hat Hopkins seine romantische Komödie für die Generation 40-plus angelegt und wahrscheinlich würde die Geschichte im Groschenroman-Format versinken, wären da nicht Emma Thompson und Dustin Hoffman, die ihre schauspielerische Integrität kompromisslos in den Dienst der Schmonzette stellen. Und so sieht man in Momenten etwa in Emma Thompsons Augen eine abgrundtiefe Einsamkeit, die weit mehr ist als nur ein Kontrastmittel für die spätere Glücksversorgung.

Auch Dustin Hoffman temperiert seine Figur präzise zwischen Frustration und neu aufkeimenden Lebensmut und sorgt dafür, dass einem der kleine, erfolglose Mann schnell ans Herz wächst. Schade, dass Hopkins die beiden ins enge Korsett der Genreregeln steckt und viel zu oft den schauspielerischen Zweikampf mit einer läppischen Musiksoße überblendet, um die romantischen Oberflächenreize zu bedienen.



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