Von Bernwald Althoff, 26.04.09, 20:54h
Zuspruch für erschöpfte Läufer
Es macht Vergnügen, entlang der Strecke des 9. RheinEnergie Marathons Bonn die fantasiereichen Aufmunterungen für die Läuferinnen und Läufer zu lesen. Ob allerdings dem wackeren Halbmarathon-Läufer „Klausi“ der Zuspruch „Mein Klausi läuft“ noch einen Adrenalin-Stoß versetzt hat, ist eher unwahrscheinlich: Das große Schild mit einem dicken, roten Herzen war nämlich 15 Meter vor dem Ziel auf dem Markt aufgepflanzt. Also, die 15 Meter dürfte „Klausi“ auch so gepackt haben.
Ein Fan-Trio auf der Kennedybrücke drückte einem gewissen „Super-Franzl“ die Daumen, wie man dem Aufdruck auf den gelben T-Shirts entnehmen konnte. Auf der Rückseite stand die Losung: „Weck den Kenianer in Dir!“ Obs was genutzt hat? „Super-Franzl“ war noch lange nicht zu sehen, als die sechs Super-Kenianer schon längst die Brücke hinter sich gelassen hatten und im Turbo-Tempo die Rheinuferpromenade nach Süden hasteten. Auch „Panther-Norbert“ und „Pantherin Katharina“, die von ihren Lieben unterhalb des Alten Zolls angespornt wurden, ließen sich Zeit.
Es fiel auf, dass unter den Teilnehmern weniger „Exoten“ als in den Jahren zuvor mitliefen. Einer fiel jedenfalls aus dem Rahmen - Nr. 1892. Er trabte im knallbunten Tropenhemd und Tropenhelm über die Kennedybrücke, das leicht schwüle Wetter um 12 Uhr mittags antizipierend.
Trotz der höheren Temperaturen, denen sich die Läuferinnen und Läufer über die volle Marathon-Distanz von 42,195 Kilometern ausgesetzt sahen, gabs keine ernsthaften Verletzungen oder Erschöpfungszustände, wie die Polizei berichtete, die mit 70 Beamten entlang der Strecke vertreten war. 1400 ehrenamtliche Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf des 9. RheinEnergie Marathons mit geschätzten 210 000 Zuschauern.
Wie schon in den Vorjahren nahmen viele Teilnehmer den „Segen von oben“ in Anspruch. Sie nutzten vor dem Start die 15-minütige ökumenische Andacht in der Schlosskirche, die die Pfarrer Joachim Gerhardt und Jens Anders (evangelische Kirche) und Bernward Siemes von der Katholischen Fachstelle für Jugendpastoral angeboten hatten.
Dankbar wurden von den tausenden Läuferinnen und Läufern nach der Zielankunft im abgetrennten Innenhof der Bonner Universität Getränke, Obst und belegte Brötchen angenommen, die wieder von vielen freiwilligen Helfern geschmiert worden waren.
Gewinner des Bonner Marathons ist Joash Mutai aus Kenia. Nach 2:15:54 Stunden verwies er seine Landsleute Michael Kasitit (2:19:57) und Nyerere Onesmus (2:21:12) klar auf die Plätze zwei und drei. Auch bei den Frauen gab es durch Rosina Kiboino (2:42:24) einen kenianischen Erfolg. Über die Halbmarathon-Distanz siegte der Niederländer Orphan van Faassen in 1:08:38 Stunden. Bei den Frauen setzte sich die Braunschweigerin Luminita Zaituc in 1:19:39 durch. Knapp 9000 Läufer nahmen teil. (EB / dpa)
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