Von Daniel Taab, 27.04.09, 12:20h, aktualisiert 27.04.09, 17:36h
Die Polizei sondierte die Lage und kam zu der Einschätzung, dass es keine akute Bedrohung für die Universität gibt. „Es wird ganz bewusst Angst geschürt“, betonte Polizeisprecherin Cathrine Maus. Verantwortlich für diese Einsätze ist eine Kommission, die nach dem Amoklauf von Winnenden gegründet wurde. Die Ermittler bearbeiten jeden Fall rund um das Thema „Amok“, bis gestern 98 Mal im Raum Köln. Ein Ansatz für die Beamten bei der Suche nach dem Täter ist in dem aktuellen Fall die Fax-Nummer. Wie die „Rundschau“ erfuhr, wies die Fax-Nummer zunächst auf einen Anschluss in Süddeutschland hin. Später stellte sich heraus: Der Täter hatte die Nummer eines Fremden in sein Fax-Gerät eingetippt, der für die Tat nicht in Frage kommt.
Auch ein Sprecher der Uni betonte, dass die Polizei die Lage als „unbedenklich“ einschätzt. Dennoch war am Vormittag die Polizei an der Hochschule vor Ort. „Wir haben mit 50 bis 60 Studenten gesprochen und sie informiert, dass die Polizei die Situation als nicht gefährlich einschätzt“, ergänzte der Sprecher. Offenbar hatten mehrere Studierende dennoch ein ungutes Gefühl und blieben daheim. Darum sagten verschiedene Dozenten ihre Lehrveranstaltungen ab. Die Nachricht über die Amokdrohung hatte sich am Wochenende bereits unter den Studenten herumgesprochen. Insgesamt sind an der Kölner Universität 41 000 Studenten eingeschrieben.
In dem schlecht leserlichen Fax an die Hochschule hieß es, dass 100 Leute sterben sollten. Die Bluttat sollte mit einem Schnellfeuergewehr durchgeführt werden. Laut Polizei müssen Trittbrettfahrer wegen „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“ bis zu drei Jahren Haft oder einer Geldstrafe rechnen. Außerdem könnten Schadensersatzforderungen auf den Täter zukommen. „Das ist kein Spaß und die Konsequenzen sind bitterernst“, betonte Polizeisprecherin Maus.
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